Greenpeace Magazin

"Entscheidungen, die ernsthaft wehtun" / Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast erklärt im GREENPEACE MAGAZIN, wie sie die Bauern per Agrarwende auf grün trimmen will

    Hamburg (ots) - Die deutschen Bauern müssen sich auf sich auf
"Jahr für Jahr neue Auflagen und schärfere Kriterien" einstellen,
wenn das neue Siegel für Produkte aus konventionellem Anbau
eingeführt wird. Dies sagte die Bundesministerin für Landwirtschaft
und Verbraucherschutz, Renate Künast, im GREENPEACE MAGAZIN. "Wir
reden vom Verzicht auf antibiotische Mastbeschleuniger, auf Tiermehl,
auf Gentechnik im Futter, über kürzere Wege bei Tiertransporten",
nannte die grüne Ministerin Kriterien für das "Premium-Siegel". Zudem
strebt Künast eine "ethisch vertretbare Haltung" von Tieren an:
"Keine Hühner in Käfigen, keine Schweine an Metallgitter gebunden,
keine Rinder auf Vollspaltenböden", sagte sie. "Die Bauern werden
sich danach strecken müssen. Wer nicht mitzieht, verliert das
Siegel."
    
    An einem kompletten Kurswechsel in der Landwirtschaft und
schmerzhaften Entscheidungen führe kein Weg vorbei, erläuterte Renate
Künast im Interview im neuen GREENPEACE MAGAZIN: "Wer glaubt, er
könne weitermachen wie bisher, wird mit Karacho gegen die Wand
laufen." Als Beispiele für das Umsteuern zu einer ethisch und
ökologisch verantwortbaren Landwirtschaft nannte sie das Streichen
der Unterstützung für Legebatterien oder für "sinnlose
Überproduktion".
    
    Den Widerstand bei Agrarverbänden und im Bundesrat gegen einen
Ausstieg aus der Massenproduktion und den Einstieg in den
Umweltschutz bezeichnete Minsterin Künast als "enorm": "Mehrheiten
dafür müssen millimeterweise erkämpft werden." Von Umwelt- und
Verbraucherschützern, den Ökobauern-Verbänden und den Verbrauchern
selbst erwartet die Grüne allerdings mehr Unterstützung für ihren
Kurs: "Ein Nachmittag Rückenwind hilft mir nicht. Ich brauche Leute
die in die Läden gehen und zeigen, dass sie Öko-Landbau und gesunde
Lebensmittel wollen." Die Verfechter von Umwelt- und
Verbraucherschutz hätten "mehr Chancen, mit ihren Forderungen gehört
zu werden, als je zuvor".
    
    Auf die Frage, welche Bedeutung ein mögliches Scheitern der
Agrarwende für das Überleben der Grünen habe, sagte Renate Künast:
"Es wurden viele überzogene Heilserwartungen auf mich projiziert. Der
Druck ist ungeheuer."
    
ots Originaltext: Greenpeace-Magazin
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