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Tschernobyl-Jahrestag: Protest gegen Reaktor-Neubau in Weißrussland

Hamburg (ots) - Gegen den Bau des ersten Atomkraftwerks in Weißrussland regt sich zunehmend Widerstand. Umweltschützer planen anlässlich des traditionellen Tschernobyl-Marsches am 26. April Proteste gegen die Reaktorpläne von Staatschef Alexander Lukaschenko. "An dem Tag soll unsere Kampagne gegen das Atomkraftwerk beginnen", sagte die oppositionelle Aktivistin Olga Karatch gegenüber dem "Greenpeace Magazin". Der autoritär regierende Lukaschenko hatte den Reaktorbau im November per Dekret verfügt.

Kein anderes Land hat unter der Katastrophe von Tschernobyl (heute Ukraine) so stark gelitten wie das benachbarte Weißrussland, wo 70 Prozent des radioaktiven Fallouts niedergingen. "600.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen oder wurden krank", sagt Karatch, die für das oppositionelle Netzwerk Nasch Dom (Unser Haus) arbeitet. "Sie haben mit eigenen Augen gesehen, was so eine Katastrophe praktisch bedeutet." Noch heute sind Teile des Landes mit radioaktivem Cäsium verseucht und erkranken Menschen infolge der Katastrophe an Krebs. Viele Menschen in Weißrussland fürchteten, ein Reaktorbau werde das Land "zu einem zweiten Tschernobyl" führen, so die Aktivisten gegenüber dem "Greenpeace Magazin".

Darüber hinaus bezweifelt Karatch, dass Lukaschenko die Nukleartechnik ausschließlich zu friedlichen Zwecken nutzen will. Zwar spreche er nicht von konkreten Plänen für Atomwaffen. Er habe aber bereits mehrfach kritisiert, dass Weißrussland nach dem Ende der Sowjetunion die dort stationierten Atomwaffen abgegeben habe.

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl jährt sich am Samstag zum 22. Mal. An dem Jahrestag findet in Minsk alljährlich ein Protestmarsch statt. Im Rahmen dieser Demonstrationen ist die weißrussische Demokratiebewegung entstanden.

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