CPU Softwarehouse AG

Kurswert und Marktkapitalisierung keine unbedingt geeigneten Kriterien für die Performance eines börsennotierten Unternehmens

    Augsburg (ots) -

    CPU Softwarehouse AG erwirkt einstweilige Verfügung gegen die     Deutsche Börse

    Vor der 9. Kammer für Handelssachen am Landgericht Frankfurt am
Main erwirkte die CPU Softwarehouse AG, Augsburg (WKN 545430), eine
einstweilige Verfügung gegen die am 01.10.01 in Kraft getretenen
Delisting-Regelungen der Deutschen Börse, nach denen Unternehmen vom
Neuen Markt ausgeschlossen werden, deren Aktien an 30
aufeinanderfolgenden Börsentagen einen Tagesdurchschnittskurs von
Euro 1 und eine Marktkapitalisierung von Euro 20 Mio. unterschreiten
und beide Börsenwerte in den nächsten 90 Börsentagen nicht an
mindestens 15 aufeinanderfolgenden Börsentagen übertreffen.
    
    Durch die nunmehr vorliegende schriftliche Urteilsbegründung des
Vorsitzenden Richters Möller der 9. Kammer, sieht Manfred W. Köhler,
Vorstand der CPU Softwarehouse AG, seine Auffassung bestätigt, dass
die aktuelle Änderung des Regelwerkes untauglich sei, um das
vorgegebene Ziel zu erreichen, nämlich das Profil des Neuen Marktes
zu schärfen. Der Kurswert einer Aktie, so Möller, orientiere sich
sehr häufig nicht oder nur in geringem Maße an der Performance eines
Unternehmens und die Kurse würden von allgemeinen Trends und
irrationalen Ängsten und Hoffnungen bestimmt. Daher bestehen durchaus
Zweifel, ob die von der Deutschen Börse vorgegebenen Kriterien
Kurswert und Marktkapitalisierung geeignet seien, das gewünschte Ziel
zu erreichen.
    
    Möller weiter: "Es mag auch zweifelhaft erscheinen, ob es
sinnvoll, gleichwohl aber inzwischen allgemein üblich ist, auf von
den Medien in regelmäßigen Abständen entfesselte Hysterien mit wie
auch immer gearteten Regelungsänderungen zu reagieren, um die
Medienöffentlichkeit wieder zu beruhigen." Dem kann der CPU Vorstand
nur zustimmen. Wiederholt hat Manfred W. Köhler in der Öffentlichkeit
darauf hingewiesen, dass die gewaltige Kapitalvernichtung am Neuen
Markt zum Teil auch der Deutschen Börse aufgrund ihres wenig
professionellen Vorgehens und ihrer zum Teil absolut
kontraproduktiven Kommunikationspolitik zuzuschreiben sei.
    
    Sinngemäß lautet der Tenor der ergangenen Entscheidung, daß es der
Deutschen Börse untersagt wird, das geänderte Regelwerk Neuer Markt
zu Lasten der Verfügungsklägerin vor Ablauf des 31.03.2002
anzuwenden.
    
    Während das Gericht das zeitliche Inkrafttreten der
Regeländerungen als unbillig und deshalb unverbindlich für die CPU
als Verfügungsklägerin erklärte, hatte die CPU Softwarehouse AG mit
ihrem Anliegen, die Regeländerungen der Deutschen Börse als solche
für unbillig einstufen zu lassen, keinen unmittelbaren Erfolg. Hier
stellt das Gericht ein Versäumnis des Gesetzgebers fest: "Angesichts
der Tatsache, dass der Gesetzgeber die Möglichkeit der Einrichtung
des Neuen Marktes erst vor kurzer Zeit geschaffen und offensichtlich
die Regelbefugnis der Verfügungsbeklagten (Deutsche Börse) übersehen
hat bzw. nicht in der Form einer Ermächtigungsgrundlage zur Schaffung
von Satzungen regeln wollte, liegt (auch) ein nicht ausdrücklich
geregeltes börsenrechtlich begründetes Änderungsrecht der
Handelsrichtlinien nicht vor." Aus dem Diskussionsentwurf zum vierten
Finanzmarktförderungsgesetz ergebe sich, dass der Gesetzgeber dies
übersehen habe und nunmehr regeln wolle.
    
    Die CPU Softwarehouse AG prüft derzeit die rechtlichen
Implikationen des ergangenen Urteils und behält sich weitere
gerichtliche Schritte vor.
    
    Die einstweilige Verfügung gegen die Delisting-Regelung der
Deutschen Börse hält der CPU den Rücken für ihre eigentliche Aufgabe
frei, ihre Kunden mit hochwertiger Software und
produktivitätssteigernden Lösungen zu bedienen. "Seit Wochen", so
Köhler, "beschäftigen sich Markt und Medien nahezu ausschließlich mit
dem Delisting-Thema. Dabei wurde viel Porzellan zerschlagen. Die CPU
Softwarehouse AG bedankt sich daher an dieser Stelle ausdrücklich bei
Ihren Großkunden, die ihr ein nachhaltiges Vertrauen bekundet haben".
Manfred Köhler weiter: "Wir begrüßen jede Maßnahme, die dazu führen
kann, den Neuen Markt zu stabilisieren und den Anlegern wieder
Zuversicht in dieses wichtige Marktsegment für innovative Unternehmen
zu vermitteln. Vertrauen wird letztlich aber nur durch
Zuverlässigkeit und eine positive Unternehmensentwicklung erreicht."
Die CPU werde ihre Ressourcen auf diese Punkte konzentrieren.
    
    Die CPU Softwarehouse AG mit Sitz in Augsburg ist ein
zukunftsorientiertes Softwarehaus für die
Finanzdienstleistungsbranche. Das Unternehmen richtet seine
Kernkompetenzen auf die strategischen und operativen Ziele der
Finanzdienstleister in der Beratung und Bearbeitung von Kredit- und
Wertpapiergeschäften aus. Dazu plant, entwickelt, implementiert und
betreut die CPU anwenderspezifische Lösungen zur Organisation und
Optimierung traditioneller und zukünftiger Kundenprozesse. Leistungen
aus den Bereichen e-, m- und t-Business stellen dabei eine wichtige
Option auf die Zukunft dar. Zielmärkte der CPU sind in erster Linie
Länder mit Euro-Währung, die Schweiz sowie die Beitrittsländer zur
Europäischen Union
    
    
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