CPU Softwarehouse AG

CPU Softwarehouse AG: Die Änderung des Regelwerkes ist untauglich, um das Profil des Neuen Marktes zu schärfen
CPU stellt Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Börse

Augsburg (ots) - Am 14. September 2001 hat die CPU Softwarehouse AG, Augsburg, bei der Kammer für Handelssachen ( KfH) am Landgericht Frankfurt am Main Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen die Deutsche Börse AG gestellt. Die CPU-Anwälte Lovells Boesebeck Droste, Berlin, begründen den Antrag mit einer offensichtlichen Vertragsverletzung der Antragsgegnerin sowie mit der Untauglichkeit, das vorgegebene Ziel zu erreichen. Dazu Manfred W. Köhler, Vorstand der CPU Softwarehouse AG, "Im Gegensatz zu anderen Unternehmen des Neuen Marktes, die gerichtliche Schritte gegen die Deutsche Börse eingeleitet haben, fordern wir mit unserem Antrag nicht bloß eine zeitliche Aussetzung der Änderung des Regelwerkes. Vielmehr wenden wir uns gegen diese Änderung als solche." Die von der Deutschen Börse eingeleiteten Schritte kämen viel zu spät, setzten den Hebel an der falschen Stelle an und bekämpften in erster Linie die Symptome während die eigentlichen Ursachen davon unberührt blieben. Köhler weiter: "Die aktuelle Änderung des Regelwerkes ist per se unbillig und zudem auch untauglich, um das vorgegebene Ziel zu erreichen, nämlich das Profil des Neuen Marktes zu schärfen". Die CPU Softwarehouse AG begründet ihren Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen die Änderung des Regelwerkes denn auch nicht nur mit dem Tatbestand der privatrechtlichen Organisation des Neuen Marktes und der Qualität des Regelwerkes als Allgemeine Geschäftsbedingungen. Das hatte die 13. KfH des angerufenen Gerichtes in ihrem Urteil vom 16.08.2001 bereits festgestellt. Vielmehr weist der Anbieter von Software für die Finanzdienstleistungsbranche auf grundlegende Unzulänglichkeiten im Regelwerk hin. So seien die Kriterien "Kurswert" und "Marktkapitalisierung" völlig ungeeignet, um das von der Antragsgegnerin vorgegebene Ziel zu erreichen. Herausragende deutsche und amerikanische Wissenschaftler haben in den letzten Monaten wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Kurse mehr und mehr von allgemeinen Trends, Überlegungen und insbesondere natürlich irrationalen Ängsten und Hoffnungen bestimmt werden. Sie orientieren sich sehr häufig nicht oder nur zu einem geringen Maße an der Performance eines Unternehmens bzw. seines Wertes. Die US-Technologiebörse Nasdaq, seit jeher Vorbild des Neuen Marktes, geht derzeit daher einen ganz anderen Weg als die Frankfurter und gab bekannt, dass die Delisting-Regeln mit sofortiger Wirkung bis Januar 2002 ausgesetzt werden. Begründet wurde dies damit, dass der derzeit außergewöhnlichen Marktentwicklung Rechnung getragen werden soll. Auch die Marktkapitalisierung ist kein taugliches Kriterium. Der Neue Markt ist geschaffen worden, um kleineren und mittleren Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu eröffnen. Dass die Deutsche Börse sich dabei allzu lange in ebenso phantastischen wie unrealistischen Marktbewertungen sonnte, spricht nicht gerade für deren Realitätsbezug. Klar dürfte jedenfalls sein, daß eine Marktkapitalisierung von Euro 20 Mio. nicht unbedingt kleine und mittlere Unternehmen beschreibt. "Das Problem des Neuen Marktes sind nicht Kurswert und Marktkapitalisierung, sondern das geschwundene Vertrauen der Anleger in die Unternehmen, deren Geschäftsführung es vielfach an Seriosität und Sachkunde haben fehlen lassen", kommentiert Manfred Köhler. Das dringend benötigte Vertrauen der Anleger lasse sich aber weder durch eine nachträgliche Änderung des Regelwerkes noch durch vordergründigen Aktionismus zurückgewinnen. Im europäischen Umfeld stünde die Deutsche Börse hier ziemlich allein. Für den CPU Vorstand besteht kein Zweifel daran, dass der Neue Markt sich nach anfänglicher Euphorie und einem unglaublichem Höhenflug zu einer grausamen Kapitalvernichtungsmachinerie gedreht hat. Rund 500 Milliarden Mark sind seit März letzten Jahres verloren gegangen. Dafür seien schwarze Schafe ebenso verantwortlich wie untaugliche Geschäftsmodelle. "Die Aufsicht hat völlig versagt. Auf institutioneller und behördlicher Seite sind viele Fehler gemacht worden, die nun einseitig von den Kleinanlegern und den Unternehmen ausgebadet werden sollen", kritisiert Köhler und weiter: "Kritisch zu betrachten ist auch die Leistung der "selbsternannten Börsengurus", die Papier von Unternehmen hochgelobt haben, bei denen lediglich die Verluste eine bekannte Größe waren." Hier sollte die Deutsche Börse ansetzen und stabile Grundlagen dafür legen, dass der Schutz für Anleger und seriöse Unternehmern, die ihre Kunden mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen bedienen, gewährleistet wird. Die CPU Softwarehouse AG mit Sitz in Augsburg ist ein zukunftsorientiertes Softwarehaus für die Finanzdienstleistungsbranche. Das Unternehmen richtet seine Kernkompetenzen auf die strategischen und operativen Ziele der Finanzdienstleister in der Beratung und Bearbeitung von Kredit- und Wertpapiergeschäften aus. Dazu plant, entwickelt, implementiert und betreut die CPU anwenderspezifische Lösungen zur Organisation und Optimierung traditioneller und zukünftiger Kundenprozesse. Leistungen aus den Bereichen e-, m- und t-Business stellen dabei eine wichtige Option auf die Zukunft dar. Zielmärkte der CPU sind in erster Linie Länder mit Euro-Währung, die Schweiz sowie die Beitrittsländer zur Europäischen Union. ots Originaltext: CPU Softwarehouse AG Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Ansprechpartner für die Presse: Marlies Ott CPU Softwarehouse AG August-Wessels-Straße 27 Tel.: 0821/4602-145 m.ott@cpu-ag.com Original-Content von: CPU Softwarehouse AG, übermittelt durch news aktuell

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