Kunstkraftwerk GmbH & Co. KG

Deutschlandpremiere
Kunstobjekte überlisten unsere Wahrnehmung: Kunstkraftwerk Leipzig präsentiert die Ausstellung ILLUSION, initiiert von der Science Gallery, Trinity College

The Hurwitz Singularity by Jonty Hurwitz, as part of Illusion at Science Gallery Dublin. Deutschlandpremiere / Kunstobjekte überlisten unsere Wahrnehmung: Kunstkraftwerk Leipzig präsentiert die Ausstellung ILLUSION, initiiert von der Science Gallery, Trinity College. Weiterer Text über ots und... mehr

Leipzig (ots) - Mit Volldampf geht das Kunstkraftwerk Leipzig ans Netz. Zur Eröffnung im Juni feiert in den neu eröffneten Räumen des ehemaligen Heizkraftwerks die internationale Ausstellung "ILLUSION. Nothing is as it seems." der Science Gallery Dublin ihre Deutschlandpremiere. Die von dem britischen Psychologen und Magier Richard Wiseman und dem irischen Illusionskünstler Paul Gleeson erdachte Schau lockte in Irland, USA und Malaysia rund 300.000 Besucher ins Museum. Diesen Erfolg möchten die Leipziger Ausstellungsmacher um Kuratorin Lavinia D. Freitas gern wiederholen.

Auf 400 Quadratmetern Fläche werden vom 18. Juni bis 27. November 2016 mehr als 20 Exponate von Wissenschaftlern und Künstlern aus sieben Ländern gezeigt, die Kunst und naturwissenschaftliche Fachgebiete wie Physik, Optik, Informatik oder auch Psychologie in Zusammenhang bringen, um mit den Besuchern zu interagieren und diese zu einem direkten Kontakt mit ihren Sinnen einzuladen. Insekten, die scheinbar über die Haut des Betrachters krabbeln, eine Ölpfütze auf dem Boden, die von selbst wieder zurückfließt in den Kanister, ein Konzert aus Vogelstimmen, das unser Gehör als menschliche Sprache erkennt ... Jedes dieser Kunst-Werke fordert die eigene Wahrnehmung heraus, indem es physikalische und physiologische Gesetzmäßigkeiten in Form von Kunstobjekten erforscht und spielerisch präsentiert. Den Betrachter erwarten interaktive Spiegel, holografische Wesen oder kinetische Skulpturen "Im Kunstkraftwerk Leipzig haben die Besucher die einmalige Chance, sich auf charmante und kluge Art hinters Licht führen zu lassen und mit allen Sinnen zu staunen", sagt Lavinia Freitas. "ILLUSION ist aber nicht nur eine Kunstausstellung, sondern auch ein experimentelles Laboratorium, in dem die Wahrnehmung der Illusionen einerseits rezeptionsästhetisch, andererseits naturwissenschaftlich thematisiert wird."

Die Generationen übergreifend konzipierte Ausstellung wird durch ein Team von interdisziplinären Kunstvermittlern begleitet, welches die Besucher im Dialog an die Exponate heranführt und eine aktive Auseinandersetzung mit den Werken fördert.

"Die Eröffnungsausstellung manifestiert unseren Anspruch, Kunst- und Erlebnisraum für alle zu sein, für Familien und Jugendliche ebenso wie für Kunstenthusiasten", sagt der Initiator des Kunstkraftwerkes Professor Markus Löffler.

Künstler und Exponate im Überblick

ALL THE UNIVERSE IS FULL OF THE LIVES OF PERFECT CREATURES
Karolina Sobecka (PL)
In diesem interaktiven Spiegel werden Mimik und die Bewegungen des 
Betrachters von einem Tierkopf nachgeahmt, der die Reflexion des 
Betrachters überlagert. Der resultierende Effekt erforscht Theorien 
über Spiegelneuronen und lädt den Betrachter ein, Probleme der 
Selbsterkenntnis, Empathie und nonverbaler Kommunikation zu 
hinterfragen. Jedes Mal, wenn eine Person vor dem Spiegel steht, 
erscheint ein anderes Tier. Die Tiere repräsentieren Arten aus dem 
gesamten Spektrum der domestizierten Spezies. Das Tier ahmt die Mimik
des Betrachters nach und vermischt sie mit den eigenen. Der 
Betrachter fühlt sich dann veranlasst, diese Tierausdrücke 
nachzuahmen und die Rolle in vollem Umfang einzunehmen. 
BOTTLE MAGIC
Jeff Scanlan (US)
"BOTTLE MAGIC" (Unmögliche Flasche) ist eine Art mechanischen 
Puzzles. Es ist eine Flasche, in deren Inneren sich ein Objekt 
befindet, welches anscheinend nicht durch den Hals der Flasche passt.
Die Illusion bringt uns daher zu der Frage: Wie kam das Objekt in die
Flasche? Diese Flaschen wurden nicht geschnitten, erhitzt oder 
gekühlt, und die Flasche wurde nicht um den Gegenstand geblasen. Sie 
wurden weder in ihrer Form oder auf irgendeine Art und Weise 
manipuliert. Jedes Objekt in den Flaschen ist noch uneingeschränkt 
verwendbar. 
COLUMBA
Roseline de Thelin (FR)
Roseline de Thelin wird vertreten durch das Kinetica Museum. Columba 
ist benannt nach dem kleinen, kaum sichtbaren Sternbild "Columba 
Noachi" (lateinisch für Noahs Taube) und symbolisiert unser 
wachsendes Bewusstsein. Das Werk ist eine Fortsetzung der Serie von 
Lichtskulpturen "Homos Luminosos" (lateinisch für Leuchtende 
Menschen). Das neue 'Familienmitglied' ist ein junges Mädchen, das in
einer Konstellation von Quarz-Kristall-Sternen sitzt. Aus optischen 
Fasern gefertigt, kombiniert diese Arbeit digitale Technologie mit 
Handwerkskunst. Columba wurde zunächst als dreidimensionales 
digitales Model erstellt und dann durch hunderte optische Fasern in 
tausenden von Lichtpunkten ausgeformt. Hunderte von Glasfasern, die 
in Kreisen von der Decke hängen und an einzelnen Stellen gebrochen 
wurden, erzeugen holographische Wesen. Dort, wo die Lichtleiter 
gebrochen wurden, entstehen viele kleine Lichtpunkte. Zusammen bilden
diese funkelnde Lichtwesen, die scheinbar in der Luft schweben. 
COUNTER
Anthony Murphy (IE)
Counter ist eine videobasierte Arbeit, die darauf abzielt 
vorübergehend die Realität des Betrachters aufzuheben. In ihr werden 
die Beziehungen zwischen den digitalen und physischen Elementen des 
Stücks, die sowohl symbiotisch und widersprüchlich sind, verfälscht. 
Als eine moderne, animierte Version der Technik des "Trompe-l'oeil" 
(Illusionsmalerei oder franz. "Täusche das Auge") ist es konzipiert, 
die Wahrnehmung des Betrachters zu täuschen. Indem er dazu angehalten
wird, die Grenze zwischen einer physischen und einer digitalen 
Festlegung zu verwischen, soll der Betrachter mit dieser Arbeit seine
Erfahrungen in Frage zu stellen. 
CUBES
Jennifer Townley (NL)
Cubes ist eine kinetische, mechanische Skulptur basierend auf einem 
geometrischen Muster von Diamanten, die die optische Täuschung von 
sechs Würfel erzeugen, während die tatsächlich wahrgenommen Würfel 
nur aus drei rautenförmig gestalteten Formengruppen bestehen. Das 
Stück nutzt die Transformation von Bewegung und Kraft, die innerhalb 
einer Maschine stattfindet und die Art und Weise, wie unabhängige 
Mechanismen zusammenarbeiten, um zu erkunden, wie das Gehirn auf sich
wiederholende Bewegungen reagiert. Die diamantartigen Formen scheinen
sich selbst wieder und wieder mit einer anderen Form zu verbinden, 
und verursachen dabei eine subtile hypnotische Wirkung. 
DELICATE BOUNDARIES
Chris Sugrue (US)
Da digitale Technologien inzwischen fester Bestandteil des Alltags 
sind, verschwimmt zunehmend die Grenze zwischen Virtualität und 
Realität. "DELICATE BOUNDARIES" (Feinfühlige Grenzen) schafft einen 
Raum, der es den Welten in unseren digitalen Geräten erlaubt, sich in
die gegenständliche Welt zu bewegen. In einem Computer-Monitor strömt
und windet sich eine Welt organischer Formen. Wenn der Bildschirm 
berührt wird, bilden diese kleinen insektenartigen Wesen einen 
Lichtschwarm in Richtung des Berührungspunktes. Sie scheinen aus dem 
Computer-Bildschirm heraus zu treten und überraschen die Betrachter, 
wenn sie versuchen, über ihre virtuelle Existenz hinaus zu gehen. 
UNTITLED
Gregory Barsamian (US)
Fragen Sie irgendeinen Schriftsteller und er wird Ihnen etwas über 
Schreibblockaden erzählen können. Der kreative Zustand des Geistes 
ist launig und erfordert bestimmte Bedingungen, eine Art perfekten 
mentalen Ausbruchs. "UNTITLED" ist eine unbewusste Reaktion auf diese
Erfahrung. Der Titel des Werkes reflektiert die Unsicherheit des 
Künstlers über den Ausgang des Projekts. Konzept über Konzept wird 
verworfen in der Hoffnung diese verschwinden zu lassen. Das in dieser
Arbeit genutzte Prinzip der "Beharrlichkeit/Trägheit des Sehens" ist 
sowohl für das Thema als auch für die Funktionsweise des Werkes 
anwendbar. Der Geist des Betrachters füllt nicht nur die Lücke der 
animierten Sequenz, um ihm eine visuelle Kontinuität zu geben, 
sondern vervollständigt die Skulptur mittels einer zusätzlichen 
Dimension der persönlichen Deutung. Mit freundlicher Genehmigung des 
Künstlers und des Kinetica Museums London. 
MOIRÉ MATRIX:
INFLATION
Shelley James, blown by Liam Reeves (UK) Diese Arbeit verbindet die 
Vergrößerungsfähigkeit von Glas und die grafische Präzision des 
Druckens, um einen Konflikt zwischen diesen Signalen und einem 
paradoxen Raum zu erschaffen, in dem die Beziehung zwischen vorn und 
hinten, sowie nah und fern ständig wechselt. Wenn sich das Objekt 
dreht, wird der Konflikt verschärft. Wenn das Stück beleuchtet ist, 
erstreckt sich das Paradoxon über das Objekt hinaus und schafft ein 
Muster von Licht und Schatten. Diese merkwürdige Erscheinung ist 
sowohl solide wie transparent, materiell und auch virtuell. Um einen 
organischen Effekt zu erzeugen, wird in dieser Arbeit Kobaltoxid mit 
der chemischen Zusammensetzung des Glases in eine Reaktion gebracht. 
Eine einzelne Blase wird so erweitert, dass sie aus der Matrix 
ausbricht und über dieser schwebt. Damit wird zugleich auf die 
Regelmäßigkeit des Gitters und der von den optischen Effekten 
modulierten Kurven der Form hingewiesen. 
MOTION AFTEREFFECT ILLUSION
Helen MacMahon (IE)
"MOTION AFTEREFFECT ILLUSION" (Bewegung Nachwirkung Illusion) besteht
aus zwei Scheiben mit spiralförmigen Bildern, die in der Lage sind 
sich nach innen oder nach außen zu bewegen. Zwischen diesen beiden 
Scheiben ist ein Spiegel. Wenn der Betrachter etwa eine Minute lang 
in die Mitte einer der rotierenden Spiralen schaut und dann in den 
Spiegel sieht, kreiert die Nachwirkung der Bewegung die Illusion, 
dass sein Kopf schrumpft oder wächst. Wie alle Nachwirkungen, kann 
dies mit der "Ermüdung" von Nervenzellen erklärt werden, die länger 
in eine Richtung stimuliert wurden. Ein konstanter Stimulus in einer 
Bewegungsrichtung führt dazu, dass sich die Nerven daran gewöhnen 
oder dabei 'ermüden'. Resultierend aus der Störung des Gleichgewichts
der beiden Gruppen produzieren die Bewegungsmelder für einige 
Sekunden in der entgegengesetzten Richtung ein stärkeres Signal wenn 
der Reiz unterbrochen wird. 
PENROSE PATTERN & FIGURE GROUND
Shelley James (UK)
Diese Stücke verwenden Moiré-Interferenzmuster, um eine Illusion von 
Tiefe und Bewegung zu schaffen. Wenn der Betrachter sich rund um die 
Arbeit bewegt, dann wird jede dieser einfachen Strukturen, vier mit 
geometrisch angeordneten schwarzen und weißen Linien bedruckte 
Glasscheiben, sichtbar. Von der Seite gesehen, sind die Paneele 
zerbrechlich und immateriell. Doch wenn sich der Blickwinkel ändert, 
erscheinen diese plötzlich als feste Projektionsflächen über denen 
rhythmische Muster in verschiedenen Richtungen und auf verschiedenen 
Ebenen laufen. 
REVELATORS
Helen MacMahon (IE)
"REVELATORS" ist eine Installation, bestehend aus sieben Türmen und 
hergestellt aus über 200 Acryl-Fresnel-Linsen. Hergestellt als 
Lesehilfe, sollen diese erleuchten und vergrößern, was der Betrachter
ansieht. Außerdem haben sie die Fähigkeit, alles zu verziehen und zu 
verzerren, um somit ihre Wirkung zu verstärken. Interaktivität ist 
ein wichtiger Teil dieser Installation, da es den Betrachtern zeigt, 
dass ihre Bewegungen innerhalb des Raumes einen direkten und 
spürbaren Effekt auf das haben, was sie durch die Linsen sehen, wobei
ein künstliches Ökosystem, in dem sowohl Kunst und Betrachter 
miteinander verbunden sind, geschaffen wird. 
SIGNIFICANT BIRDS
Nye Parry (UK)
In "Significant Birds" begegnet der Hörer einer Gruppe von zwölf 
Vogelkäfigen, die jeweils einen kleinen Lautsprecher enthalten. Von 
jedem Lautsprecher ist ein reines "Zwitschern" zu hören, welches aus 
einer einzelnen Sinuswelle einer Sprachaufzeichung extrahiert wurde. 
Wenn wir Gesprochenes hören, zerlegt unser Ohr dies in einzelne 
Frequenzen, welche dann durch das Gehirn in ein sinnvolles Klangbild 
umgewandelt werden. Wenn alle zwölf Lautsprecher aktiv und synchron 
miteinander sind, vernimmt der Zuhörer die rekonstruierte Rede, 
obwohl jeder Lautsprecher nur einen einzelnen Teil wiedergibt. Die 
Arbeit konzentriert sich auf das Sprechen als das vielleicht 
bekannteste Geräusch in der menschlichen Kultur, und den Umstand, 
dass wir veranlagt sind, uns im besonderen Maße auf Stimmen zu 
konzentrieren wann immer wir sie hören. 
SIMPLY SMASHING
Rebecca Cummins (US)
Schütten Sie Wasser in ein gewöhnliches Rotweinglas und es entsteht 
eine optische Linse, die die Welt auf den Kopf stellt. Die Ansicht 
erscheint ähnlich wie in einer Kamera, jedoch würde eine Kameralinse 
nichts verschütten, wenn man sie kippt. Bewegt man die Linse, so 
bewegt sich auch die Ansicht. Dieses gewöhnliche Haushaltsobjekt 
kehrt das Bild aufgrund seiner gewölbten Form und dem Brechungsindex 
von Wasser um. 
SOMETHING IN THE WAY IT MOVES
Fiona Newell, Stefan Hutzler & Robert Murtagh (IE)
"Something in the Way It Moves", ist eine Studie, die untersucht, wie
trügerische Muster aus einer Reihe von einfachen bis hin zu komplexen
Anordnungen von Punkten entstehen und auf einem Computerbildschirm 
statisch oder dynamisch angezeigt werden. Die Studie ist Teil einer 
laufenden Untersuchung hinsichtlich der Verarbeitung von visuellen 
Informationen durch das Gehirn und die Rolle der Wechselwirkung in 
Bezug auf Komplexität. Die Teilnehmer werden gebeten, darüber 
nachzudenken wie Ordnung und Unordnung sich unterscheiden. 
SUPERMAJOR
Matt Kenyon (US)
Was hoch steigt muss auch wieder herunter kommen. Diese Worte 
beschreiben eher ein übliches Denkschema als eine wissenschaftliche 
Wahrheit. Eine von mehreren Öldosen hat einen sichtbaren Riss, aus 
dem langsam Öl auf den Sockel und den Galerieboden fließt. Doch bei 
näherer Betrachtung fließt kein Öl aus der Dose. Stattdessen scheint 
es sogar langsam zurück in die Dose zu fließen, Tropfen für Tropfen. 
Manchmal mutet es an, dass die Öltropfen wie von Geisterhand mitten 
in der Luft schweben. Zuweilen jedoch scheinen die Tropfen im Prozess
einer rückwärts laufenden Zeitlupe auf den Sockel zu spritzen. 
THE HURWITZ SINGULARITY
Jonty Hurwitz (ZA)
"Die technologische Singularität" sei, so spekuliert man, eine 
zukünftige Science-Fiction Zeit. Zum Zeitpunkt der Singularität wird 
eine vom Menschen gemachte Maschine eine Maschine entwerfen, die 
fortgeschrittener ist als sie selbst. Viele sagen jedoch, dass 
Software nie zu menschlicher emotionaler Intelligenz fähig sein wird.
Das mag möglich sein, aber vielleicht ist die menschliche nur eine 
Art von Intelligenz. Diese Skulptur zeigt eine persönliche und 
emotionale Raum-Zeit-Grenze, die jeder von uns schon mehrmals in 
seinem Leben überquerte. Es stellt jenen Moment dar, in dem eine 
persönliche Wahrnehmung bzw. Erkenntnis im Leben von statten geht, 
welche die Perspektive bzw. Sicht auf Dinge für immer ändert. Dies 
nennt man die Hurwitz Singularität. 
THE POINT OF PERCEPTION
Madi Boyd (UK)
"The Point of Perception" (Der Punkt der Wahrnehmung) ist ein 
Kooperationsprojekt zwischen dem Künstler Madi Boyd und den 
Neurowissenschaftlern Mark Lythgoe und Beau Lotto. Das Projekt ist 
eine immersive Kunstinstallation, welche die Mehrdeutigkeit in der 
Wahrnehmung sondiert. Es nutzt die Illusion im Raum um zu 
desorientieren. Der Betrachter wird gerade mit so vielen visuellen 
Informationen ausgestattet, um an den "Wendepunkt" seines 
Verständnisses von Wahrnehmung zu gelangen. Es stellt eine unsichere,
abstrakte, aber spektakuläre Umgebung her, die zum Zweck entwickelt 
wurde, die Zuschauer zu überwältigen. "The Point of Perception" sucht
die Erkenntnis zu erlangen, wann und wie im visuellen Feld Form aus 
Formlosigkeit entsteht. 
TITRE VARIABLE No9
Pierrick Sorin (FR)
"Titre Variable N°9" ist ein "optisches Theater", welches neue Medien
mit dem traditionellem Diorama mischt. Das Video zeigt den Künstler 
als Protagonisten. Dargestellt in der Gestalt eines kleinen 
Ektoplasma läuft er auf dem Plattenspieler und manchmal stürzt er 
fast. Er kleidet sich wie Herr Hulot, mit dem typischen, kultigen 
Regenmantel, den auch Jacques Tati, der berühmte komische Onkel im 
französischen Film "Les vacances de Mr. Hulot", trägt. Das 
aufgezeichnete Wiegenlied wird rückwärts gespielt: der Klang 
wiederholt sich und ist unverständlich. Dieses kleine, 
pseudo-holographische, optische Theater verkörpert einfache 
technische Methoden und gibt einen Geschmack von grobem Humor und 
Selbstironie. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und 
AEROPLASTICS contemporary, Brüssel. 
TYPOGRAPHIC ORGANISM
Adrien M / Claire B (FR)
Obwohl diese schwebenden Formen tatsächlich Buchstaben sind, legen 
ihre Bewegungen nahe, dass sie kleine Kreaturen sind. Ihre Hektik und
Geschäftigkeit vermischen poetisch die Semantik der Sprache und 
Bewegung. Die Installation nutzt das "Peppers's Ghost-Prinzip", eine 
klassische Illusions-Technik aus dem 19. Jahrhundert, die es 
ermöglicht, Objekte in der Luft schweben und verschwinden zu lassen, 
transparent zu machen, oder sich in etwas ganz anders zu verwandeln. 
Es basiert auf einer optischen Täuschung, den visuellen Eigenschaften
von Glas und der Tendenz, dass das menschliche Gehirn glaubt, einige 
Bilder dreidimensional zu sehen, obwohl sie tatsächlich flach auf 
einem Bildschirm sind. 
WHAT WE SEE
Joanna Hopkins (IE)
"What We See" (Was wir sehen) ist ein Gespräch zwischen zwei 
Menschen, welches sich auf offene nicht bestimmte Situationen bezieht
- leere Fragen und Antworten - welches es den Betrachtern erlaubt 
daraus zu folgern, was sie wollen. Die Gesten der Charaktere auf dem 
Bildschirm stehen im Wiederspruch zum gesprochenen Text, negatives 
Schulterzucken geht einher mit positiven Antworten. Der Betrachter 
begibt sich 'in' das Setting des Videos, indem er sich in eine exakte
Nachbildung dessen setzt. Dadurch, dass der Betrachter sich selbst in
dem gespiegelten Kunstwerk sieht, hinterfragt die Arbeit die 
Gültigkeit von Betrachtung und die Art, wie man auf die Dinge schaut 
und wie man glaubt auf etwas zu sehen. 
YOU. HERE. NOW.
Ian Willcock (UK)
"You. Here. Now." (Du. Hier. Jetzt.) ist ein dynamisches 
Porträt-System. Im Moment in dem sich der Betrachter auf die 
Installation einlässt stellt es Bilder her, die zwischen der 
Repräsentation des Betrachters und der Zeit sowie den sozialen Sorgen
und Anliegen pendeln. Das System durchforstet ständig Internetseiten 
ausgewählter Nachrichten-Organisationen und lädt jegliches visuelles 
Material herunter. Diese Bilder werden dann verwendet, um eine große 
Anzahl von Fragmenten bereitzustellen, die allein wegen ihrer Größe 
nicht bildhaft fungieren können. Um mit "You. Here. Now." zu 
interagieren musst Du eine Weile warten. Dein Gesicht wird nach und 
nach aus mehreren hundert winzigen Fragmenten entstehen. Danach 
kannst Du ein Foto mit Deinem Handy machen und Du wirst ein 
deutliches Porträt von Dir auf dem Bildschirm entstehen sehen. 
Eckdaten:
Illusion: Nothing is as it seems.
Vom 18. Juni bis 27. November 2016
Wo: KUNSTKRAFTWERK Leipzig
www.kunstkraftwerk-leipzig.de 

Kunstkraftwerk Leipzig: Art. Science. Education. Event.

Seit 2012 ist im Westen Leipzigs ein neuartiges innovatives kulturelles Projekt entstanden. Das ehemalige Heizkraftwerk im Stadtteil Lindenau/Plagwitz hat sich seither in eine experimentelle Fabrik, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur, zeitgenössisches Design und Kommunikation verwandelt. Diverse Hallen und Räume im Kunstkraftwerk sorgen dafür, dass auf über 2.000 Quadratmetern Nutzfläche für jeden Anlass der passende Rahmen geschaffen werden kann.Es gibt Raum und Räume für Ausstellungen, Kunstprojekte, Meetings, Multimediashows, Symposien und Workshops. Erlebnisgastronomie, ein kleines Museum und die Vermietung für private Events gehören ebenso zum Konzept wie Konzerte und Theateraufführungen. Das Kunstkraftwerk feiert mit der Ausstellung "ILLUSION. Nothing is as it seems." am 18. Juni 2016 seine offizielle Eröffnung.

Kontakt für das Vermittlungs- Programm Christopher Utpadel Vermittlungsleitung M +49 170 582 49 95 christopher.utpadel@kunstkraftwerk-leipzig.de

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