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Widerspruch gegen Lebensversicherung - höhere Rückerstattung als bei einer Kündigung

Versicherungsnehmer, die zwischen Juli 1994 und Ende 2007 eine Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen haben, können diese noch heute rückabwickeln, da in vielen Verträgen nicht richtig über das Widerspruchsrecht belehrt wurde. Wer daher seine Lebensversicherung vorzeitig beenden möchte, kann mit einem Widerspruch der Lebensversicherung häufig höhere Erträge aus dieser Versicherung erzielen, als bei einer Kündigung. Bei der Kündigung einer Lebensversicherung erhalten die Versicherten nur den Rückkaufswert, der unter der Summe der eingezahlten Beiträge liegen kann. Stattdessen bekommen die Versicherten bei einem Widerspruch sämtliche gezahlten Beiträge zurück, die zudem vom Versicherungsunternehmen aufgrund der Nutzung zu verzinsen sind. Dabei darf der Versicherer die oftmals hohen Abschluss- und Verwaltungskosten nicht in Abzug bringen, BGH Urteil vom 29.07.2015, Az: IV ZR 448/15. Anzurechnen sind nur gegebenenfalls geringe Beiträge bei der Lebensversicherung für den in Anspruch genommenen Versicherungsschutz.

Auch wenn der Versicherte seinen Vertrag bereits gekündigt und den Rückkaufswert erhalten hat, kann er noch immer widersprechen und die Rückabwicklung vom Versicherer verlangen.

BGH entscheidet über Widerspruch der Lebensversicherung

Der BGH hat mit Urteil vom 07.05.2014, Az. IV ZR 76/11 und mit späteren Urteilen aus dem Jahr 2015 entschieden, dass der Widerspruch von Lebensversicherungen bzw. Rentenversicherungen auch Jahre nach Abschluss noch möglichst ist. Insoweit gilt die Begrenzung auf 1 Jahr nach Zahlung der ersten Versicherungsprämie gem. § 5 a Abs.2 Satz 4 VVG a.F. nicht. Ebenso hat der BGH entschieden, dass nach Widerspruch bei der Rückabwicklung grundsätzlich alle gezahlten Versicherungsprämien an den Versicherungsnehmer zurückzuzahlen sind.

Der Widerspruch ist möglich, wenn die Versicherung bei Abschluss des Vertrages nicht oder nur fehlerhaft über das Widerspruchsrecht belehrt hat. Häufig wurden früher Versicherungen nach dem so genannten Policenmodell vertrieben, wobei der Versicherte bei Antragstellung nur eine Abschrift seines Antrags erhalten hat, ihm aber die Versicherungsbedingungen und die weiteren Informationen erst mit der Übersendung des Versicherungsscheins ausgehändigt wurden. In diesem Fall hat der Versicherte ein Widerspruchsrecht gegen das Zustandekommen des Vertrages. In vielen Fällen wurde jedoch weder bei Antragstellung noch bei der nachträglichen Übersendung der Versicherungsbedingungen über das Widerspruchsrecht belehrt.

Widerspruch häufig besser als Kündigung

Auch bei vielen fondsgebundenen Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen bleibt der aktuelle Wert der Versicherung weit hinter den eingezahlten Beiträgen zurück. So wurden in einem Fall 20.687,58 EUR an Beiträgen eingezahlt, wohingegen der Policenwert nur 8.726,20 EUR beträgt. Anstatt hier die Verträge zu kündigen oder zu verkaufen ist ein möglicher Widerspruch gegen die Versicherung der bessere Weg. Gerade bei diesen fondsgebundenen Lebensversicherungen kann der Widerspruch der Lebensversicherung zu einer erheblichen Erhöhung der Rückerstattung führen als bei einer Kündigung. Denn im genannten Fall würde der Versicherte die Beiträge plus Verzinsung erhalten, anstatt nur den Policenwert.

Diese Rechtsprechung des BGH ist von großer Bedeutung für die Versicherten, da ca. die Hälfte aller Renten- und Lebensversicherungen bereits vor Ablauf gekündigt werden. Außerdem ist in Deutschland die kapitalbildende Lebensversicherung eine sehr beliebte Anlageform gewesen, so dass nahezu jeder Haushalt über eine derartige Versicherung verfügt.

Weitere Informationen zu diesem Thema unter: http://www.rae-gruendig.de/aktuelles/205-widerspruch-statt-kuendigung-lebensversicherung-oder-rentenversicherung.html

 
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