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Schleswig-Holstein droht zum Windenergiemuseum zu verkommen

Schleswig-Holstein droht zum Windenergiemuseum zu verkommen
Monteur mit Anlagenteilen in einem Windpark von Schleswig Holstein (c) BWE / Tim Riediger; Abdruck honorarfrei / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/119680 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/BWE/Tim Riediger"

Husum (ots) - Kein anderes Bundesland legte in den beiden vergangenen Jahren so viele Windenergieanlagen still wie Schleswig-Holstein. Trotzdem sind noch rund 450 Turbinen am Netz, die älter sind als zwanzig Jahre.

Veraltete Windkraftanlagen durch effizientere Modelle zu ersetzen ("Repowering"), ist wirtschaftlich und energiepolitisch vielfach sinnvoll. Allerdings werden hierfür in Schleswig-Holstein derzeit kaum noch Genehmigungen erteilt, kritisiert der Landesverband WindEnergie Schleswig-Holstein.

Nach einer aktuellen Studie der "Fachagentur Windenergie an Land", liegt die durchschnittliche Betriebsdauer einer schleswig-holsteinischen Windenergieanlage bei 17,5 Jahren - und damit ein knappes Jahr über dem Bundesdurchschnitt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Schleswig-Holstein zu den Pionieren der Windenergiebranche zählt. Daher stehen hier noch viele Anlagen der ersten Generation.

Insofern ist der Modernisierungsbedarf hier besonders hoch. Und obwohl kein anderes Bundesland in den vergangenen zwei Jahren mehr Windkraftanlagen stillgelegt hat als Schleswig-Holstein, befinden sich noch 450 Turbinen am Netz, die älter als 20 Jahre sind. "Schleswig-Holstein darf nicht zum Museum der Windbranche werden", warnt der Verbandsvorsitzende Reinhard Christiansen.

Die Akzeptanz für modernisierte Windkraftanlagen ist immer dort am größten, wo bereits Windräder stehen. Somit wäre es am sinnvollsten, neue Anlagen gerade dort aufzustellen, wo alte abgebaut werden. Doch dieser Grundsatz, der in den vergangenen Jahrzehnten üblich war, hat aufgrund der neuen Regionalplanung des Landes oft keine Gültigkeit mehr.

Die Bürgerwindparks Schleswig-Holsteins mit ihren mehr als 15.000 Kommanditisten stehen dadurch vor großen Problemen. Ihre Anlagen befinden sich auf Gemeindegebiet. Das Repowering in einem anderen Landesteil kommt für sie nicht in Frage. "Wir dürfen den Bürgerwindparks das Repowering nicht so schwer machen, sondern müssen mit der Landesplanung nach Lösungen suchen, ob, wo und wann Windenergieanlagen in Zukunft repowert werden können", so Christiansen.

Und noch einen Vorteil des Repowerings sieht der Landesvorsitzende: "Wo sich früher ein Dutzend Mühlen vierzigmal in der Minute drehten, stehen heute nur noch drei oder vier - die sich mit zudem nur mit rund einem Drittel der Geschwindigkeit drehen. Das ist eine deutliche Entlastung für das Landschaftsbild."

Zum Landesverband WindEnergie Schleswig-Holstein (BWE S-H): Der BWE-SH hat 5.000 Mitglieder, überwiegend Bürgerwindparks mit etwa 15.000 Kommanditisten. Die Branche investiert jährlich mehr als eine Milliarde Euro in Schleswig-Holstein. Die 3.435 Windkraftanlagen des Bundeslandes haben eine installierte Leistung von circa 5,9 Gigawatt. Das entspricht der Leistung von fünf durchschnittlichen Atomkraftwerken. Die Mitglieder des BWE S-H haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Land seinen Strombedarf mittlerweile vollständig aus erneuerbaren Energien decken kann. An der Windenergiebranche hängen allein in Schleswig-Holstein mehr als 9.000 direkte Arbeitsplätze und ein Gewerbesteueraufkommen von jährlich rund 60 Millionen Euro. Diese Steuern kommen zum Großteil vergleichsweise strukturschwachen Regionen zugute.

Pressekontakt:

BWE Landesverband Schleswig-Holstein
Nicole Knudsen
Leiterin BWE Geschäftsstelle SH
Husum
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Tel. 04841 663210

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