MEDICA

MEDICA 2000 - Innovationen auf der weltgrößten Medizinmesse
Flug durch den Verdauungstrakt - Kernspintomographie ersetzt Darmspiegelung

Düsseldorf (ots) - Ein neues Bildverfahren könnte die ungeliebte Darmspiegelung ersetzen. Anstelle des in den Darm eingeführten schlauchförmigen Endoskops wird der Patient lediglich in die Untersuchungsröhre eines Kernspintomographen gelegt - und der Flug durch den Verdauungstrakt beginnt. Die neue bildgebende Methode, die erstmals vorgestellt wird auf der weltweit größten Medizinmesse MEDICA 2000 in Düsseldorf, könnte die Akzeptanz für die Früherkennung von bösartigen Tumoren des Darms erheblich verbessern. Unablässig appellieren Ärzte an ihre Patienten, sich wenigstens einmal im Leben den Darm untersuchen zu lassen - weitgehend erfolglos: Nur 15 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen nehmen in Deutschland an der Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Karzinomen des Darms teil. Wird im Rahmen der Früherkennung im Labor Blut im Stuhl entdeckt, schließt sich die endoskopische Darmspiegelung an, die große Teile der Bevölkerung ihre Zustimmung versagen: Zwei von drei Patienten haben Angst vor ihr. Und jeder Vierte behält die Darmspiegelung in schlechter Erinnerung. Dabei ist die endoskopische Früherkennung wichtiger denn je. Der Dickdarmkrebs ist der zweithäufigste zum Tode führende bösartige Tumor in den westlichen Industrienationen. Wird der Darmkrebs jedoch in einem frühen Stadium erkannt, hat er noch nicht die Darmschleimhaut durchbrochen, können 95 von 100 so erkrankte Patienten dauerhaft geheilt werden. Früherkennung tut Not, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch wann immer der "Schlauch" reingestreckt wird, die Untersuchung gilt als unangenehm, unbeliebt und für viele unakzeptabel. Angesicht der miserablen Akzeptanz sinnen Ärzte über alternative Methoden nach, in der Hoffnung mit einem anderen bildgebenden Verfahren die Patientenakzeptanz zu verbessern. Und da hat die Medizintechnik offensichtlich einen Durchbruch zu vermelden. Erstmals gelang es, mit Hilfe der Kernspintomographie den gesamten unteren Verdauungstrakt bildhaft wieder zu geben. Hier werden in allen drei Raumrichtungen die Darmsegmente aufgenommen und von einem Hochleistungscomputer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt. Nun kann der Arzt am Monitor wie in einem Film durch die Darmschlingen "fliegen", als säße er in einem miniaturisierten Flugzeug. Der mit Magnetfeldern und Radiowellen erzeugte Kernspin-Flug durch die Darmanatomie gleicht den Bildern der Endoskopie, nur die Farbe fehlt. Im Gegensatz zur Endoskopie kann man nun die Darmwand auch verlassen, sie quasi "durchfliegen" und sich so ein Bild vom Ausmaß von Darmgeschwüren machen. Nach den bisherigen Ergebnissen ist die Kernspintomographie der Darmspiegelung weitgehend ebenbürtig. Damit ist der erste Schritt vollzogen, dem Patienten die Einführung eines optischen Instrumentes vom After bis an die Grenze des Dünndarm für diagnostische Zwecke zu ersparen. Doch noch muss der Darm wie bei der Endoskopie sauber sein; das Abführen vor der Untersuchung kann dem Patienten also auch hier nicht erspart werden. Sich der Mängel bewusst, sind Wissenschaftler einer eleganten Lösung auf der Spur. Der Patient erhält eine Kontrastmittelpille. Sie kontrastiert den Stuhl und grenzt somit die Darmwand vom Darminhalt ab; der Patient kann mit vollem Darm zur Untersuchung kommen. Selbst die Pille könnte entfallen, wenn, wie im Dünndarm bereits möglich, manganhaltiger Ananassaft zur kontrastreichen Abgrenzung getrunken wird. Denkbar wäre auch Schokolade als Kontrastmittel, was die Untersuchung im wahrsten Sinne des Wortes versüßen wird. Ob die Kernspintomographie die in sie gesetzt Erwartungen erfüllen kann, müssen noch wissenschaftliche Studien erbringen. MEDICA 2000-Aussteller des neuen Verfahrens sind: Philips, Siemens, General Electric. Informationen zu Kontaktmöglichkeiten gibt die Ausstellerdatenbank zur MEDICA unter www.medica.de. Zur MEDICA 2000, dem 32. Weltforum für Arztpraxis und Krankenhaus, werden vom 22. bis 25. November in Düsseldorf rund 3.400 Aussteller aus 58 Ländern ihre Neuheiten präsentieren. Alle 17 Messehallen sind belegt (Nettofläche: ca. 108.000 m_). Ergänzt wird die MEDICA-Fachmesse durch den MEDICA-Kongress, zu dem rund 10.000 Teilnehmer aus allen medizinischen Berufsgruppen erwartet werden, sowie den 23. Deutschen Krankenhaustag für Experten aus dem Bereich der stationären Versorgung. ots Originaltext: Messe Düsseldorf GmbH Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Pressereferat MEDICA/ ComPaMED 2000 Martin-Ulf Koch Sonja Zimmermann Kerstin Schmidt Tel.: +49(0)211/4560-444/-999/-549 Fax: +49(0)211/4560-8548 Email: KochM@messe-duesseldorf.de Original-Content von: MEDICA, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Das könnte Sie auch interessieren: