EFE

Entwicklung eines Kommunikationssystem, basierend auf Gestik und Licht, für den gehörlosen Orca Morgan

Archivbild des Orca Morgan, aufgenommen am 30.11.2011 / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/118545 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/EFE/EFE/Ramón de la Rocha"

Santa Cruz, Teneriffa, Spanien (ots) - Die Trainer von Orca Morgan, die 2010 in den Niederlanden gerettet wurde und 2011 mit schwerer Gehörschädigung in den Loro Parque transportiert wurde, entwickeln ein Kommunikationssystem, basierend auf Gestik und Licht, um das Tier zu belohnen, wenn sie ihre Aufgabe zufriedenstellend erfüllt hat.

Trainer und Supervisor der Orcas des zoologischen Gartens, Rafael Sánchez, erklärte in einem Interview mit EFE, wie kurze Zeit nach der Ankunft des Orcas auf Teneriffa, auf Bitte des niederländischen Gerichts, die Trainer realisierten, dass Morgan nicht auf die Signale der Trillerpfeifen der Trainer reagierte.

Zu dieser Zeit führten Wissenschaftler mehrere Hörtests durch, welche bewiesen, dass Morgan ein Hördefizit hat, entweder in hochgradigem Ausmaß oder auch vollständig taub ist. Eine Gruppe amerikanischer Forscher, unter der Leitung eines australischen Wissenschaftlers der Universität Curtin, veröffentlicht morgen eine wissenschaftliche Bestätigung im namhaften Aquatic Mammals Journal.

Um mit dem Orca interagieren zu können, installierten die Trainer Weißlichtpunkte innerhalb und außerhalb des Beckens, die wenn sie eingeschaltet sind, Morgen anzeigen, dass sie ihre Aufgabe gut gemacht hat, erklärte Rafael Sánchez.

Dieses neue, an Morgan angepasste Kommunikationssystem wurde nun auch von den anderen fünf Orcas, die im Loro Parque leben, verstanden. In den Einrichtungen des Zoos auf Teneriffa wurden die Hörtests vor Kurzen an allen Tieren durchgeführt.

Diese Tests wurden mit einem Verfahren zur Messung der Reaktion der Gehirnströme auf akustische Reize, welches bei Zetazeen oft Verwendung findet, durchgeführt, verdeutlichte der stellvertretende Direktor der Loro Parque Fundación und Forschungskollege in dieser Studie, Dr. Javier Almunia.

Die Tests zeigten, dass Morgan der einzige Orca in der Gruppe ist, die keinerlei Gehirn-Reaktion zeigte, erläuterte Javier Almunia, aber es kann nicht endgültig gesagt werden, ob der Orca vollständig taub ist, denn die dicke Fettschicht der Orcas kann verhindern, dass die am Kopf angebrachten Elektroden die Gehirnströme erkennen.

Der Aufbau der Tests ist identisch zu dem, der verwendet wird, um die Hörfähigkeit eines Menschen zu messen und misst die Gehirnströme als Reaktion auf Schallreize, kommentierte Javier Almunia. Der stellvertretende Direktor der Loro Parque Fundación versichert, dass seit die Ergebnisse des Audiogramms von Morgan bekannt sind, bereits seit einiger Zeit daran gearbeitet wurde ein Kommunikationssystem zu entwickeln, um sie in die Gruppe integrieren zu können. Das Wichtigste ist, dass das Hördefizit nun von unabhängigen Wissenschaftlern bei einer Wiederholung der Testreihe bestätigt werden konnte.

Morgen, die auf acht bis zehn Jahre geschätzt wird, wiegt nun mehr als 2.200 Kilogramm, misst etwa fünf Meter und frisst täglich ungefähr 40 Kilogramm Fisch, verteilt auf neun Mahlzeiten, bei denen die Trainer die Gelegenheit der freiwilligen Gesundheitschecks nutzen, um Blut- und Urinproben oder sogar Kotproben, mittels einem in den Enddarm eingeführten flexiblen Schlauches, zu nehmen. Diese Probennahme während der Gesundheitschecks wird mit den Tieren routinemäßig trainiert.

Der stellvertretende Direktor der Loro Parque Fundación erinnert daran, dass Morgan, als sie am 23. Juni 2010 an der Nordseeküste, an der niederländischen Insel Schiermonnikoog, gerettet wurde, sich das Tier in einem "sehr schwachen Zustand, mit Symptomen der Dehydration und stark unterernährt" befand. Der Orca wog nur 450 Kilogramm und zeigte keine Anzeichen des Widerstands bei der Rettung. Die Personen, die an der Rettungsaktion beteiligt waren, sagen, dass sie nicht sicher waren, ob das Tier die erste Nacht überlebt, so kritisch war ihr Zustand bereits.

Der Orca wurde ins Dolfinarium Harderwijk gebracht, wo er sich ein Jahr lang erholte, bevor sie im Jahr 2011, im Auftrag des niederländischen Gerichtshofes, nach Teneriffa, in die Einrichtungen des Loro Parque, transportiert wurde.

Pressekontakt:

Dr. Javier Almunia, Director Adjunto de Loro Parque Fundación
Rafael Sánchez, Supervisor de OrcaOcean
+34 922 - 373 841
dir.comunicacion@loroparque.com
www.loroparque.com

Original-Content von: EFE, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: EFE

Das könnte Sie auch interessieren: