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Ehemalige Gefolgsleute distanzieren sich von kasachischem Ex-Banker Abljasow
Der Oligarch will als politischer Flüchtling gelten

Berlin (ots) - Der Versuch des kasachischen Oligarchen Muchtar Abljasow, sich mit Hilfe einer Oppositionspartei als politischer Dissident zu präsentieren, stößt auf heftige Ablehnung der kasachischen Exilopposition, die sich instrumentalisiert sieht. Abljasow, dem als ehemaligem Energieminister Kasachstans und späterem Chef der BTA-Bank Betrug, Geldwäsche, Korruption und anderen Straftatbestände vorgeworfen werden und der die Auslieferung nach Kasachstan fürchtet, will zunehmend als politisch Verfolgter wahrgenommen werden.

Abljasow startete vor kurzem eine neue Initiative für die Wiederbelebung einer Partei namens "Demokratische Wahl für Kasachstan" (DWK). Ein früherer Versuch mit derselben Initiative war schon einmal gescheitert. Der neue Versuch stößt auf Seite der kasachischen Auslandsopposition auf negative Reaktionen. Die Absicht, die DWK wiederzubeleben, dient nach Ansicht führender Vertreter der Exilopposition nur dem Bestreben, für Muchtar Abljasow selbst und seine Familie den Status politischer Oppositioneller er erlangen. Zu diesem Zweck scheue Abljasow nicht davor zurück, die Namen von ehrlichen Aktivisten der Zivilgesellschaft zu missbrauchen, heißt es in Oppositionskreisen.

"Die Wiederbelebung der 'Demokratischen Wahl für Kasachstan' hat nur den Zweck, den politischen Flüchtlingsstatus für die Angehörigen zu bekommen und ist keine wirkliche politische Bewegung", erklärt ein Exiloppositioneller. "Abljasow macht dies auf Kosten der wahren Patrioten und Politiker, die selbst aktiv an dem politischen Prozess beteiligt sind."

Was die Exilopposition außerdem kritisiert: Abljasow habe bislang weder klare Angaben über die Herkunft seines Vermögens gemacht noch auf die schweren Vorwürfe seiner ehemaligen Gefolgsleute reagiert. Denn viele seiner ehemaligen Vertrauten hatten sich mittlerweile gegen Albjasow gewandt, den Behörden ihre jeweilige Rolle bei Abljasows Transaktionen der BTA-Milliardenbeträge erläutert und gegen ihn ausgesagt.

Zudem kritisieren Menschenrechtler den Kauf einer Aufenthaltsgenehmigung in Großbritannien für Abljasows Sohn Madiyar, finanziert durch Vermögen ungeklärter Herkunft aus Off-shore-Adressen. Muchtar Abljasow deklarierte eine Million britische Pfund als Geschenk für seinen Sohn und erwarb damit eines jener sogenannten "Golden Visa", mit denen sich wohlhabende Ausländer in Großbritannien das Aufenthaltsrecht sichern konnten, ohne dass die Herkunft des Geldes geprüft wurde. Der 25-jährige Madiyar, Sohn von Muchtar Abljasow und seiner Frau Alma Shalabayeva, konnte dadurch im Vereinigten Königreich bleiben. Diese "Golden Visa"-Option der britischen Einwanderungsbehörden - die Gebühr für das unbegrenzte Aufenthaltsrecht auf der Insel wurde inzwischen abermals stark angehoben und steht nur noch wirklich reichen Bewerbern offen - steht nach Überzeugung von Kritikern stets mit illegal erworbenem Vermögen in Verbindung, dessen Herkunft man nicht nachweisen muss.

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