Beltretter

Widerstand gegen Nord-Europas wohl größte Bau- und Umweltsünde formiert sich neu und wächst

Die BELTRETTER: Über 300 Menschen protestierten am Sonntag, 07.06.2015, in Puttgarden gegen die Beltquerung. / Widerstand gegen Nord-Europas wohl größte Bau- und Umweltsünde formiert sich neu und wächst / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/117268 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. ...

Puttgarden (ots) -

BELTRETTER: Widerstand gegen geplanten Fehmarnbelt-Tunnel formiert 
sich neu und wächst +++ "Nord-Europas wohl größte Bau- und 
Umweltsünde" +++ 18 Kilometer lange Schneise durch den Ostseeboden 
geplant +++ Von Bundesregierung "im Stich" gelassen 

Der Widerstand gegen den zwischen Dänemark und Deutschland geplanten 18 Kilometer langen Fehmarnbelt-Tunnel nimmt zu. Und er formiert sich neu. Mehr als ein Dutzend verschiedener Initiativen und Umweltorganisationen entlang der holsteinischen Ostseeküste hat sich jetzt zu den "BELTRETTERN" zusammengeschlossen (www.beltretter.de). Die BELTRETTER sind eine weiter wachsende Bewegung, die die Region um den Fehmarnbelt - Tourismus, Umwelt und Landschaft sowie ihre gesamte Existenzgrundlage - bewahren wollen. Das Ziel: Europas womöglich größte Umwelt- und Bausünde und die Zerstörung der Existenzgrundlage einer ganzen Region zu verhindern. Ananda Julia Albert, eine Sprecherin der BELTRETTER: "Dieser Mega-Tunnel bedroht das wertvolle, aber zugleich anfällige Ökosystem Ostsee. Er bedroht zudem eine ganze vom Tourismus abhängende Region. Sicher ist der Schaden. Sein Nutzen allerdings bleibt höchst zweifelhaft. Niemand konnte ihn bislang überzeugend nachweisen."

Von Bundesregierung im Stich gelassen

Menschen in der Region fühlen sich von der Bundesregierung und insbesondere der Bundeskanzlerin im Stich gelassen. Diese habe zwar kürzlich Kopenhagen besucht, aber sich noch nicht einmal ein Bild auf Fehmarn gemacht hat. Dort würde ein Teil der dann größten Baustelle Nord-Europas entstehen. Aufgrund des Drucks von 5 Millionen Dänen werde eine ganze deutsche Region geopfert und müssten 80 Millionen Deutsche für dieses dänische Prestigeobjekt zahlen. "Zwar will Dänemark das Finanzierungsrisiko des Tunnelbaus in Höhe von 7,4 Milliarden Euro übernehmen. Aber das ist ein vergiftetes Geschenk. Deutschland muss ebenfalls Milliarden zahlen. Zum Beispiel stecken in den beantragten EU-Zuschüssen deutsche Steuergelder. Und für die Anbindung des Tunnels sind Autobahnen, Bahntrassen und größere Brücken in Deutschland zu bauen. Diese Milliarden fehlen dann auf deutscher Seite für wichtigere Infrastrukturprojekte. Schließlich gibt es in Deutschlands Infrastruktur schon jetzt einen eklatanten Investitions- und Sanierungsstau," so Karin Neumann, ebenfalls Sprecherin der BELTRETTER.

Urlaubsregion würde "Transiteinöde" werden

Eine 18 Kilometer lange tiefe Schneise durch den Ostseeboden dürfte einer der größten Umweltfrevel Europas werden, sind die BELTRETTER überzeugt. Diese Schneise soll mit gewaltigem Mitteleinsatz ausgebaggert werden, da es sich nicht um einen Bohr-, sondern einen Absenktunnel handeln würde. Das Ostseewasser würde zur trüben Brühe und die Strömung verändert werden, fürchten die BELTRETTER und verschiedene Umweltschutzorganisationen wie der NABU und BUND. Tier- und Pflanzenwelt würden schwerwiegend geschädigt. Unter anderem wird die ohnehin bedrohte Schweinswal-Population zusätzlich gefährdet. Eine weitere Konsequenz des Belt-Tunnels werden im schnellen Takt durch die Ostseebäder, durch Lübeck, Hamburg und über Fehmarn ratternden Güterzüge sein. Das bedeutet Zug-Lärm und Bremsen-Kreischen, wo Menschen bislang Ruhe suchen. Während der Bauzeit auf Nord-Europas größter Baustelle und auch danach werden zudem Urlauber ausbleiben, so die Befürchtung. Zunächst würden sie durch hässliche Bilder von Großbaustellen und eine eingetrübte Ostsee abgeschreckt, später durch eine Autobahn und eine vielbefahrene Güterzugtrasse. Die Insel Fehmarn könnte mit dem Tunnel mit einer die Insel trennenden Autobahn- und Güterzugtrasse sowie Brücken oder Tunnel neben der Fehmarnsundbrücke zur Transiteinöde werden.

Mega-Tunnel kann noch verhindert werden

Der Tunnel ist keinesfalls eine so ausgemachte Sache wie es die Dänen erscheinen lassen wollen. Der womöglich größte Umwelt- und Baufrevel, die vielleicht größte Steuergeldverschwendung Europas kann durch das Planfeststellungsverfahren, auf dem Klageweg, durch Ausbleiben Brüsseler Subventionen, durch den deutschen Ausstieg aus dem Staatsvertrag und bzw. oder zunehmenden Widerstand in der Bevölkerung noch verhindert werden. Die Menschen wollen den Tunnel nicht, aber ihnen ist glauben gemacht worden, er sei nicht mehr zu verhindern. Das Gegenteil ist der Fall. Der Tunnelplan stand noch nie auf so wackeligen Füßen wie jetzt.

Pressekontakt:


Karin Neumann
Mobil: 0172/84 89 301

Ananda Julia Albert
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