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Erst die Briten, dann Schottland ... und wer ist der nächste?

München (ots) - Im Zuge der Aufregung um den Brexit und ersten damit einhergehenden Forderungen nach einem neuerlichen schottischen Unabhängigkeitsreferendum, stellt Ryan McMaken in seinem jüngsten Beitrag auf www.misesde.org die Frage nach der optimalen Größe für Staaten.

Oft wird argumentiert, kleine Staaten wären nicht überlebensfähig beziehungsweise müssten aufgrund ihrer geringen Größe zahleiche Nachteile in Kauf nehmen. Tatsächlich aber, so zeigt McMaken am Beispiel Schottlands, ist das Gegenteil der Fall. Natürlich hängt Schottland an britischen Transferzahlungen, beispielsweise bei Pensions- oder Rentenzahlungen, und auch die Verteidigung gegen einen Aggressor fiele dem Land alleine ungleich schwerer. Aber Schottland wird durch die britische Regierung zeitgleich massiv reguliert und erlebt so Handelseinschränkungen. Darüber hinaus muss es Steuereinnahmen an London abführen, die andernfalls dem Land selbst zur Verfügung stünden. Zur Landesverteidigung schließlich ließen sich Verteidigungsbündnisses schließen, ohne dabei die Eigenständigkeit aufzugeben.

Vergleicht man die Vermögensverhältnisse zwischen den großen und kleinen europäischen Ländern, stellt man fest, dass die großen Flächenstaaten durchwegs weniger wohlhabend sind. Deutschland ist ärmer als Österreich oder die Schweiz, Frankreich ist ärmer als Belgien, Andorra oder Monaco und sogar das einst bettelarme Irland ist weitaus wohlhabender als das 15 mal größere Vereinigte Königreich. Zwei Gründe sind hierfür ausschlaggebend. Zum einen sind kleinere Länder sehr viel empfänglicher für die Anliegen der Bevölkerung und zum anderen sind absurde Großprojekte und vor allem eine aggressive Außenpolitik hier kaum durchsetzbar. "Schottland könnte sehr leicht seinen Platz unter den unabhängigen Nationalstaaten einnehmen", stellt McMaken fest und diese Aussage lässt sich auf viele andere europäische Regionen ebenso übertragen wie auf die einzelnen US-amerikanischen Bundesstaaten.

"Tatsächlich wird Größe in der Frage zwischenstaatlicher Beziehungen völlig überschätzt", fügt Andreas Marquart, Vorsitzender des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, an. "Es ist ein Hauptargument für die EU, dass deren Mitgliedsstaaten ansonsten im globalisierten Wettbewerb mit den USA oder China nicht bestehen könnten. Aber dieses Argument wird laufend durch Hong Kong, Singapur oder die Schweiz konterkariert, die sehr viel wettbewerbsfähiger sind. Mit dem Brexit könnte in Europa eine Entwicklung hin zu kleineren, friedlich miteinander kooperierenden Staatseinheiten einsetzen. Eine solche Entwicklung wäre für die Bürger weitaus vorteilhafter als der angestrebte zentralistisch organisierte EU-Superstaat."

Erst die Briten, dann Schottland ... und wer ist der nächste? http://www.misesde.org/?p=13095

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