Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V.

Die Macht der Intellektuellen

München (ots) - Die Intellektuellen und der Sozialismus ist ein Aufsatz Friedrich August von Hayeks, der ursprünglich in der Frühjahrsausgabe 1949 der Zeitschrift University of Chicago Law Review erschien. Das Ludwig von Mises Institut Deutschland veröffentlicht die deutsche Neuübersetzung dieses Aufsatzes in drei Teilen auf seiner Internetpräsenz www.misesde.org. Im ersten Teil geht von Hayek der Frage nach, was die Aufgabe von "Intellektuellen" ist, wer zu ihnen zu zählen ist und worin sich die eigentliche Macht eben jener gesellschaftlichen Gruppe gründet.

"Hayeks Analyse erklärt präzise, welchen und vor allem wie Intellektuelle Einfluss auf die öffentliche Meinung ausüben. Es ist ein herausragender Beitrag zum Verständnis, weshalb es sozialistischen oder auch kollektivistischen Ideen immer wieder gelingt, sich den Bürgern als gute, funktionierende und auch als moralisch bessere Ideen und Theorien zu präsentieren, obwohl die Geschichte eindrücklich das Gegenteil bewiesen hat", stellt Prof. Thorsten Polleit, Präsident des Ludwig von Mises Institut fest und folgert: "Hayeks Essay ist aktueller denn je."

Intellektuelle sind "Mittelsmänner" von Ideen. Sie qualifizieren sich nicht durch Expertenwissen, sondern durch ihre Fähigkeit, über eine Vielzahl an Themen reden bzw. schreiben zu können sowie die Tatsache, dass sie früher als die Allgemeinheit mit neuen Ideen in Berührung kommen. Oft genug wird ihr Einfluss unterschätzt, obwohl er Hayek zufolge immens ist. Nicht in Bezug auf kurzfristige Entwicklungen oder den Ausgang der nächsten Wahlen, aber in Bezug auf längere Zeiträume. Intellektuelle beeinflussen maßgeblich die öffentliche Meinung, den öffentlichen Diskurs. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Gruppe der Intellektuellen viel größer ist, als allgemein angenommen wird. Nicht nur Journalisten, Geistliche, Lehrer oder Künstler gehören ihr an. Auch zahlreiche Experten sind Intellektuelle - nämlich dann, wenn sie aufgrund von Expertenwissen in einem bestimmten Bereich Autorität und Respekt gewonnen haben und sich in Folge dessen auch zu Ideen und Theorien außerhalb ihres eigentlichen Tätigkeitsbereiches äußern und dabei - dank besagter Autorität - Gehör in der Öffentlichkeit finden.

Der Einfluss der Intellektuellen wird noch durch zwei Dinge verstärkt. Zum einen kontrollieren sie den öffentlichen Ruf. So genießen oft nur durchschnittliche Wissenschaftler einen exzellenten Ruf, weil sie bestimmte politische Ansichten mit denen der Intellektuellen teilen. Zum anderen fördert die wachsende Zahl von Organisationen, Stiftungen und Instituten nicht den Einfluss Experten oder Wissenschaftler, sondern die Macht der Intellektuellen. Jeder Wissenschaftler nämlich, der einem Institut oder einer Organisation vorsteht, wird automatisch zu einem Intellektuellen, der Wissen und Ideen vermittelt und so die öffentliche Meinung zu beeinflussen sucht.

Nahezu alle Menschen sind, außerhalb ihres eigenen Tätigkeitsbereiches, auf die Wissensvermittlung durch Intellektuelle angewiesen. Hayek stellt daher fest: "Der Prozess, durch den Ideen generell Akzeptanz gewinnen, wird nahezu automatisch und unaufhaltsam, sobald der aktivere Teil der Intellektuellen zu diesen Ideen bekehrt wurde."

Es ist daher essentiell, die Gründe zu verstehen, so Hayek, die so viele Intellektuelle zum Sozialismus tendieren lassen. Dies ist weder eigennützigen noch bösartigen Gründen, sondern zumeist ehrlichen Überzeugungen und guter Absicht geschuldet. Wenn man dies zugesteht und sozialistische Ideen dennoch für die Gesellschaft in ihrem Fundament bedrohende Fehler hält, dann ist "nichts wichtiger, als zu versuchen, die Quellen dieser Fehler zu verstehen, um ihnen begegnen zu können."

Die Intellektuellen und der Sozialismus (Teil 1) http://www.misesde.org/?p=10613

Teil 2 wird am 2. September 2015 auf www.misesde.org erscheinen.

Alle Vortragsvideos der diesjährigen Konferenz "Die Ethik der Freiheit" finden Sie ab jetzt unter: http://www.misesde.org/?p=10679

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