ACV Automobil-Club Verkehr

ACV Studie: Individuelle Verkehrsüberwachung
Deutsche Autofahrer wollen Dashcams

ACV Studie: Individuelle Verkehrsüberwachung / Deutsche Autofahrer wollen Dashcams
Der 54. Verkehrsgerichtstag berät über Zulässigkeit der Aufzeichnungen von Bordkameras. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/116025 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ACV Automobil-Club Verkehr"

Köln (ots) - Autofahrer drängen hierzulande auf eine klare Rechtslage bei der Verwendung von Dashcams. Mit zwei Prozent ist der Anteil der Autofahrer, die bereits heute das Verkehrsgeschehen konsequent filmen, gering. Doch fast die Hälfte (44 Prozent) würden eine Kamera in ihrem Fahrzeug anbringen, wäre die Nutzung gesetzlich geregelt und legal. Rund sechs von zehn Deutschen (61 Prozent) sind der Auffassung, der Einsatz dieser Videokameras könnte falsche Anschuldigungen im Schadenfall oder bei einem Unfall verhindern. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des ACV Automobil-Club Verkehr ergeben.

Eigene Beweissicherung im Schadenfall

Zwei Drittel (68 Prozent) sehen insbesondere in der Möglichkeit der Unfallrekonstruktion und Unfallaufklärung einen großen Vorteil der Kameras. Dabei gab mit 12 Prozent ein relativ geringer Prozentsatz an, schon einmal in einen Unfall verwickelt worden zu sein, in dem die Unschuld gegenüber der Polizei oder der Versicherung nicht bewiesen werden konnte.

44 Prozent meinen, Dashcams könnten sie vor Fahrerflucht bei Parkschäden schützen, 34 Prozent gehen davon aus, die Kamera schütze vor Vandalismus.

30 Prozent sind der Auffassung, sie schütze im Ernstfall vor der unberechtigten Höherstufung der Versicherungsprämie. Die Argumente für die Nutzung von Dashcams sind vielfältig, eines verbindet sie: Der Beweggrund ist immer die eigene Absicherung und die Möglichkeit der eigenen Beweissicherung im Schadenfall.

Rückläufige Verkehrsdelikte

Ein Großteil erhofft sich durch den legalen Einsatz eine rückläufige Zahl an Verkehrsdelikten. Über die Hälfte der Befragten (59 Prozent) sind der Ansicht, dass insbesondere gefährliches Drängeln und zu dichtes Auffahren reduziert würden. 32 Prozent vermuten den Rückgang von Rotlichtverstößen, ein Viertel (27 Prozent) meint, dass durch den Einsatz der Kameras Regelverstöße von Fahrradfahrern abnehmen. 22 Prozent der Befragten glauben dagegen nicht an die Abnahme an Verkehrsdelikten durch Dashcams.

Ein Viertel (27 Prozent) geht davon aus, dass die Verwendung von Dashcams zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beiträgt.

Offline-Überwachung durch Dashams

Willkürliches Filmen Fremder erschwert die Selbstbestimmung über die eigene Person. Der willkürlichen Verbreitung von Filmen im Netz stehen 43 Prozent skeptisch gegenüber. 42 Prozent fühlen sich durch die Nutzung der Kameras ständig überwacht. Dabei werden persönliche Daten bereits häufig freiwillig preisgegeben.

Welche Relevanz wird der Privatsphäre angesichts der ständigen Überwachung überhaupt noch zugemessen?

Über die Hälfte der Befragten würde das Videomaterial auch im Falle eines selbstverschuldeten Verkehrsunfalls an die Polizei und ihre Versicherung weitergeben. Dagegen würden 21 Prozent die Aufnahmen zurückhalten.

Der ACV über den Einsatz von Dashcams

Der Schritt von der ständig möglichen Handynutzung zu festinstallierten Dashcams ist gering. Zudem rüstet die Automobilindustrie ihre Fahrzeuge bereits jetzt mit etlichen Kameras zur Geschwindigkeitserkennung und Spurhaltung aus. Der ACV geht davon aus, es keine Frage, ob, sondern wann Autos serienmäßig mit Dashcams ausgestattet werden.

Der ACV Automobil-Club Verkehr geht davon aus, dass die flächendeckende Nutzung von Dashcams einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten kann. "Sie zwingen Verkehrsrowdys zur Vernunft", sagt Lars Wagener, Vorsitzender der ACV Geschäftsleitung. "Vor dem Hintergrund der erneut gestiegenen Verkehrsopferzahlen muss über einen Einbau ab Werk nachgedacht werden.", so Wagener weiter.

Die datenschutzrechtliche Zulässigkeit sieht der ACV kritisch und verspricht sich richtungsweisende Ergebnisse vom Verkehrsgerichtstag in Goslar. Zudem appelliert der Automobilclub an die Hersteller, einen sinnvollen Aufnahmemodus zu entwickeln, der gesammelte Daten schnellstmöglich überschreibt und löscht.

Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung zwischen dem 9.12. und dem 11.12.2015 nahmen 2.009 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

Pressekontakt:

Annabel Brückmann, Pressesprecherin, brueckmann@acv.de
ACV Automobil-Club Verkehr, Theodor-Heuss-Ring 19-21, 50668 Köln,
Tel.: 0221 - 91 26 91 58 Fax: 0221 - 91 26 91 26

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