Deutsche PalliativStiftung

"Sterbehilfe" - Viele sind ratlos
Nur wenige Deutsche kennen die Rechtslage

"Sterbehilfe" - Viele sind ratlos / Nur wenige Deutsche kennen die Rechtslage
Seit fünf Jahren kämpft Angelique zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits gegen den Krebs. Sie ist 36 Jahre alt und hat ihre Erkrankung und deren Verlauf angenommen. Sie sieht ihren Weg realistisch und wird getragen von der großen Liebe und Zuneigung ihres Mannes, die das versorgende Palliativteam ungewöhnlich deutlich spüren und miterleben ...

Fulda (ots) - Neues Gesetz zur sogenannten "Sterbehilfe": Doch wissen die Bundesbürger, worum es dabei geht? Eine Studie zeigt: Nur 11 % der Deutschen sind richtig informiert. Eine aktuelle Befragung von Infratest im Auftrag der Deutschen PalliativStiftung ergab, dass 87 % der Bundesbürger fälschlich glauben, die Beihilfe zur Selbsttötung in Deutschland sei verboten.

Das Gegenteil ist richtig: Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem Beihilfe zur Selbsttötung gesetzlich nicht verboten ist. Wer falsch informiert ist, entscheidet leicht falsch. So wünschen 78 % der Befragten die Möglichkeit einer Tötung auf Verlangen - auch aktive Sterbehilfe genannt. Allerdings geht gut die Hälfte dann davon aus, dass die Hilfe von "Sterbe-Organisationen" öfter als bisher in Anspruch genommen wird. Menschen, die auf Hospize oder eine Palliativversorgung vertrauen, sehen eine Tötung auf Verlangen kritischer.

Ziel einer Gesetzesvorlage der MdBs Brand, Griese und anderer ist ein Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung, damit diese nicht zu einer Normalität wird. Die Deutsche PalliativStiftung unterstützt diese Begrenzung um Patienten vor zu schnellen Schritten zu bewahren.

"Es muss mehr über die Möglichkeiten der Palliativversorgung informiert werden, damit die Menschen mit weniger Angst ihrem natürlichen Ende entgegen sehen können", regt Thomas Sitte, Vorsitzender der Deutschen PalliativStiftung an. "In weiteren Erhebungen wurden von uns Palliativexperten befragt. Diese begleiten pro Jahr rund 20.000 schwerstkranke Menschen bis zum Tod. Dabei waren die Möglichkeiten der Leidenslinderung bei Palliativpatienten hocheffektiv. Nur weniger als 0,09 % der Patienten lehnten weitere Behandlungen ab und nahmen sich das Leben." Stiftungsrat Dr. Carl Heinz Müller ergänzt: "Solche eigenständigen Palliative Care Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung können durch ihre Qualität in der Begleitung zugleich eine geeignete Suizidprävention sein. Das setzt zwingend voraus, dass diese Palliative Care Versorgung für die Betroffenen ortsnah wirklich vorhanden ist."

Die Forderung des Bundesrates, Informationskampagnen über Hospizarbeit und Palliativversorgung gesetzlich zu verankern, begrüßt die Deutsche PalliativStiftung deshalb ausdrücklich.

Nähere Informationen zur Infratest-Umfrage sowie die 
Promotionsschrift "Sedierung, Beihilfe, zum Suizid, Tötung auf 
Verlangen. Lebensverkürzende Maßnahmen?" von Thomas Sitte können auf 
Anfrage gerne von der Geschäftsstelle der Deutschen PalliativStiftung
zugesandt werden. 
Die Deutsche PalliativStiftung
Experten aus der Praxis der Sterbebegleitung (Medizin, Pflege, 
Seelsorge, Physiotherapie, ...) gründeten die Deutsche 
PalliativStiftung. Ein Hauptziel ist eine gute Vernetzung und 
Verbesserung der ambulanten Hospizarbeit und Palliativversorgung in 
Deutschland.
Die Beratung von Entscheidern und Fachleuten, Laien sowie Haupt- und 
Ehrenamtlichen in Verbänden und Institutionen ist als seriöse 
Lobbyarbeit eine wichtige Arbeit der PalliativStiftung. Betroffenen 
und Angehörigen werden geeignete Ansprechpartner vor Ort vermittelt. 
Mit Öffentlichkeitsarbeit und verschiedenen Projekten der Stiftung 
wie dem Deutschen PalliativKalender sollen weite Teile der 
Gesellschaft für die Thematik sensibilisiert und über 
Versorgungsmöglichkeiten informiert werden.
Nach deutschem Recht darf niemand gegen seinen Wunsch am Leben 
erhalten werden und kein menschliches Leben aktiv beendet werden. Um 
das auch leben zu können, müssen die Menschen über die Möglichkeiten 
von Hospizarbeit und Palliativversorgung als lebensbejahende 
Alternativen Bescheid wissen. Deshalb bringt die PalliativStiftung im
eigenen Verlag fundierte und laienverständliche Muster zu 
Patientenverfügungen, Bücher, Broschüren heraus. Sie klärt auf 
ungewohnten Wegen auf.
Unsere Vision ist es, dass jeder sagen kann: "Wie gut, dass ich mich 
auf Hospizarbeit und Palliativversorgung ver-lassen kann. Immer und 
überall." 

Pressekontakt:

Deutsche PalliativStiftung
Herr Thomas Sitte
Am Bahnhof 2
36037 Fulda
Tel. 0661 48049797
Email thomas.sitte@palliativstiftung.de

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