Stiftung Vorsorge

Die Stipendiaten 2014 der Stiftung Vorsorge stehen fest

Bad Vilbel (ots) - Die in Bad Vilbel ansässige gemeinnützige Stiftung Vorsorge hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Förderung der Grundlagenforschung den Wissensstand auf dem Gebiet der Vorsorge zu verbessern. Obwohl wir in einer Gesellschaft leben, deren Durchschnittsalter steigt, treffen noch immer nur wenige Menschen eine rechtliche Vorsorge für ihre letzten Lebensjahre. Auch die Zahl derer, die für den Erbfall vorsorgen, ist gering. Schätzungen zufolge haben lediglich 25 Prozent der Bevölkerung in Deutschland über 18 Jahren ihren letzten Willen schriftlich niedergelegt. Auch in Forschung und Lehre werden die Themen Vorsorgerecht und Erbrecht eher stiefmütterlich behandelt.

In diesem Jahr vergibt die Stiftung erstmals zwei Stipendien zur Unterstützung von Doktoranden, die auf den Gebieten Erbrecht und Vorsorgerecht forschen. Die Stipendiatin Frau Dipl.-Juristin Janett Wölkerling widmet sich im Rahmen ihrer Dissertation dem Thema "Testierfreiheit und Betreuerbestellung im Rahmen der Erkrankung an Alzheimer-Demenz. Die rechtlichen Grenzen der Autonomie". Die Promotion wird an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von Frau Prof. Dr. Caroline Meller-Hannich betreut. Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, wie sich die Erkrankung auf die individuelle Autonomie bei der Regelung der persönlichen Verhältnisse und insbesondere des Nachlasses auswirkt. Hier stehen die Begriffe Testierfreiheit und Testierfähigkeit im Mittelpunkt. Zudem untersucht Frau Wölkerling, welche Folgen sich im Rahmen einer Betreuung für die rechtliche Selbstbestimmung des Dementen sowie für dessen Testierfähigkeit ergeben. Daran schließt sie die Frage an, inwieweit an Alzheimer-Demenz Erkrankte bei der Wahrnehmung ihrer Testierfreiheit vor einer Fremdbeherrschung ihres freien Willens geschützt werden müssen.

Der zweite Stipendiat, Herr Assessor Mathias Petzoldt, hat das Thema "Gewöhnlicher Aufenthalt und Rechtswahlfreiheit im europäischen Erbrecht. Eine Untersuchung zur europäischen Erbrechtsverordnung" gewählt. Das Promotionsvorhaben wird an der Freien Universität Berlin von Herrn Professor Dr. Helmut Grothe betreut. Für die künftige erbrechtliche Praxis ist die rechtliche Untersuchung des gewöhnlichen Aufenthalts, eines der zentralen Begriffe der europäischen Erbrechtsverordnung, von erheblicher Bedeutung. Während bislang die Staatsangehörigkeit des Erblassers für die Bestimmung des anwendbaren Rechts maßgeblich war, wird künftig der gewöhnliche Aufenthalt zum Zeitpunkt des Todes entscheidend sein. Damit erweitern sich die Möglichkeiten der Rechtswahl. Gegenstand des Promotionsvorhabens sind die entsprechenden Neuerungen für den deutschen Rechtsanwender.

Angesichts der Fülle der eingereichten Vorhaben war die Auswahl nicht leicht. Die Qualität der vorgelegten Projektbeschreibungen war durchgängig exzellent. Insbesondere war auch eine Tendenz zu beobachten, über die Landesgrenzen hinaus zu blicken und internationale Bezüge zu untersuchen.

Bereits jetzt erwartet die Stiftung mit Spannung die Präsentationen des nächsten Jahres.

Pressekontakt:

Andreas Keßler
Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Steuer- und Erbrecht
Vorstand der Stiftung Vorsorge
Kasseler Str. 30
61118 Bad Vilbel
Tel 06101-800660
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