Stiftung Menschen für Menschen Schweiz

Weltwassertag am 22. März: Arbeitsplätze dank Toiletten

Weltwassertag am 22. März: Arbeitsplätze dank Toiletten
Mütter waschen ihre Wäsche und Kinder baden im verschmutzten Fluss von Shewarobit. Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100007199 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Stiftung Menschen für Menschen Schweiz/Rainer Kwiotek"

Zürich (ots) - Menschen für Menschen Schweiz erfüllt das Motto "Wasser und Arbeitsplätze" des diesjährigen UN-Weltwassertags am 22. März: Die Zürcher Stiftung baut in Äthiopien Sanitär-Infrastruktur auf - und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze, vor allem für ehemalige Prostituierte.

Die Schweizer sind reich am wichtigsten Rohstoff der Menschheit: Sechs Prozent der Süsswasservorräte Europas lagern in der Schweiz, obwohl der Flächenanteil nur 0,4 Prozent entspricht. Mit 1431 Litern Niederschlägen pro Quadratmeter und Jahr regnet es im Inland fast doppelt so viel wie im europäischen Durchschnitt. Trotz des Angebots im Überfluss gehen die Schweizer verantwortungsbewusst mit dem Rohstoff um. Die Verbrauchsmengen in den Haushalten sanken in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter auf nunmehr 142 Liter pro Person und Tag. Der grösste Posten macht dabei die Toilettenspülung aus. Jeder Einwohner verbraucht dafür täglich 41 Liter besten Trinkwassers.

Wenn man in Äthiopien von diesen Zahlen erzählt, blickt man in staunende Gesichter. In dem bitterarmen Land haben vier von zehn Menschen überhaupt keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Vielköpfige Familien müssen mit 20 Liter Wasser am Tag für Kochen, Waschen und Körperhygiene auskommen. Und gar drei von vier Menschen im Land haben keinen Zugang zu Toiletten. Besonders schlimm ist die Situation in den wachsenden dicht bebauten Armenvierteln, so wie in der 50´000-Einwohner-Stadt Shewarobit, rund 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Addis Abeba. Die Menschen erleichtern sich in alte Konservendosen - oder sie gehen zum nahen Fluss, um ihre Notdurft zu verrichten. Weil sie keinen Zugang zu ausreichend Trinkwasser haben, waschen sie im Fluss auch ihre Wäsche und baden ihre Kinder.

Die Folgen für die öffentliche Gesundheit sind verheerend. "Zwei von drei Patienten müssen wir aufgrund von Krankheiten behandeln, die durch die schlimme Sanitärsituation und die fehlende Hygiene mitverursacht sind", sagt Elfeneh Gebremichael, Beamter im städtischen Gesundheitszentrum. Weit verbreitet seien bakterielle und virale Infektionen, darunter viele Atemwegserkrankungen und Durchfälle. Letztere betreffen vor allem auch Kinder, die aufgrund ihres noch schwachen Immunsystems besonders anfällig sind. Durch häufige Erkrankungen drohen sie in ihrer Entwicklung zurückzubleiben und Schaden fürs Leben zu nehmen. Immerhin könne das Gesundheitszentrum Todesfälle unter den Kindern vermeiden, sagt Gebremichael, doch weltweit sterben jeden Tag laut den Vereinten Nationen 1000 Kinder an Diarrhö unter ähnlichen Bedingungen wie in Shewarobit.

Menschen für Menschen Schweiz hat nun in der Stadt ein grosses WASH-Projekt gestartet. Die Abkürzung WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. Überall in der Stadt entstehen Gemeinschaftstoiletten und sogenannte WASH-Cafés. Jeweils drei bis vier der ärmsten Familien in den Slums werden sich künftig eine der neuen Toilettenkabinen teilen. In den Cafés können die Gäste für eine landesübliche kleine Gebühr Toiletten und Duschen benutzen. Ausserdem gibt es einen innovativen Nebeneffekt: Die Abwässer werden in Tanks gesammelt, das dort entstehende Biogas wird in den Küchen der Cafés genutzt, um warme Speisen anbieten zu können. "Betrieben werden die Cafés von Frauen-Kooperativen. Es werden nur besonders bedürftige Frauen aufgenommen, vor allem alleinerziehende Mütter, die sich bislang mangels Überlebensalternativen prostituieren mussten um ihre Kinder zu ernähren", sagt Josefine Kamm, Geschäftsführerin der Stiftung Menschen für Menschen Schweiz.

So ist das Projekt ein ungewöhnlicher Beleg für den diesjährigen UN-Weltwassertag am 22. März, der unter dem Motto "Wasser und Arbeitsplätze" steht. Insgesamt ist die ökonomische Wirkung einer funktionierenden Wasser- und Abwasserversorgung nicht zu unterschätzen, betonen die Vereinten Nationen: Studien gehen davon aus, dass in Entwicklungsländern für jeden in diese Infrastrukturen investierten Franken ein Gewinn von mindestens fünf Franken zu erwarten ist. Beispielsweise, weil die Menschen gesünder sind und sich mit ganzer Kraft ihrer Arbeit widmen können.

Shewarobit ist für die Nomaden vom Volk der Afar in der weiteren Umgebung eine wichtige Marktstadt. Doch in der aktuell grössten Dürre seit 30 Jahren und einer drohenden Hungersnot in Äthiopien haben viele Familien ihr Vieh komplett verloren. Menschen für Menschen Schweiz leistet ihnen mit einem weiteren Wasserinfrastruktur-Projekt kurzfristige und langfristige Überlebenshilfe. Im Gebiet Subuli baut die Stiftung an einem der wenigen Flüsse Bewässerungskanäle und verwandelt so hundert Hektar ausgedorrte Savanne in Maisfelder und Gemüsegärten. Mit dem empfangenen Lohn für die Bauarbeiten können die Familien Nahrungsmittel kaufen. Langfristig macht das Landwirtschaftsprojekt die Bedürftigen unabhängig von Dürren. Insgesamt stellt die Infrastruktur die Ernährung von 1800 Menschen auf Jahre und Jahrzehnte hinaus sicher.

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