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Das Friedensspiel / Zum Gedenken an den Weihnachtsfrieden von 1914 fand in Großbritannien das "Game of Truce" statt.

Bild: Spielszene.jpg BU: Stabsgefreiter David Sasse im Duell mit den britischen Herausforderern Alternativtext: Fußball-Spielszene mit Schiedsrichter im Hintergrund Quelle: Streitkräftebasis Das Bild ist für die redaktionelle Nutzung unter Nennung der Quelle freigegeben.

Aldershot, GB (ots) - Historische Fußballspiele gibt es viele. Gerade zwischen England und Deutschland haben sie eine lange Tradition. Aber nicht etwa das berühmte Wembley-Spiel der 1966er Weltmeisterschaft alleine hat Symbolcharakter. Das wohl denkwürdigste "Länderspiel" der beiden Nationen fand Weihnachten 1914 an der Front statt. 100 Jahre später erinnert ein Benefizspiel im britischen Aldershot an das Ereignis.

Im Kriegswinter 1914 wünschten sich die Soldaten nichts sehnlicher, als zuhause mit ihren Familien ein friedliches Weihnachtsfest zu feiern. Da passierte das Unglaubliche, das später unter dem Begriff "Weihnachtsfrieden" in die Geschichtsbücher einziehen sollte. An vielen Stellen des verhärteten Frontverlaufs kamen die Soldaten aus ihren Gräben und feierten gemeinsam Weihnachten. Besonders Briten und Deutsche reichten sich die Hände. Vereinzelt wurden Geschenke getauscht und: sogar Fußball gespielt!

Zur Erinnerung an dieses besondere Ereignis trafen sich genau 100 Jahre später Angehörige der Britischen Armee und der Deutschen Bundeswehr im Stadion von Aldershot, einer kleinen Stadt südlich von London zu einem Benefizspiel. Die Briten stellten eine Auswahl des Heeres zusammen, die Deutschen schickten ihre Bundeswehr-Fußballnationalmannschaft. Wie alle Sportler der Bundeswehr, gehört auch das Team der Fußballer zum Organisationsbereich Streitkräftebasis. Die Mannschaft vertritt Deutschland bei Militärwettkämpfen im Rahmen des Conseil International du Sport Militaire (CISM). Auf Einladung der Briten startete das Spiel vor etwa 3.000 Zuschauern bei kaltem, regnerischem Wetter. "Wenn man an die Zustände der Fußballspiele zwischen den Frontlinien denkt, ist es schon komisch, dass wir uns manchmal über einen schlechten Rasen beschweren", sagt Oberfeldwebel Florian Stahl, Stürmer der deutschen Mannschaft.

Nach einer Schweigeminute für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg ertönte pünktlich um halb acht der Anpfiff des rasanten Fußballspiels. Unter lautem Beifall der Zuschauer, darunter mehrere hundert britische Soldaten, setzte Mittelfeldspieler, Private Matt Glass den ersten entscheidenden Akzent des Spiels mit einer Direktabnahme ins linke Toreck. Danach schien sich das Spiel zu wenden. "Gefühlte 75 Prozent sind wir im Ballbesitz", sagt Teamcoach Oberstabsfeldwebel Olaf Bahne in der Halbzeit, "aber die Briten lassen uns einfach nicht durch, die mauern!". Zu kämpfen hatte die Auswahl der Bundeswehr auch mit den schnellen Kontern der Briten. Torwart Stabsgefreiter Andreas Forster hält in mehreren Glanzparaden den Angriffen der Briten stand und wird zum überragenden Spieler seiner Mannschaft.

Zahlreich anwesende Prominente verliehen dem Spiel zusätzlichen Glanz. Der verantwortliche Brigadegeneral Mitchell begrüßte die britische Fußballlegende Sir Bobby Charlton, der sich von den Leistungen der Teams begeistert zeigte. Von deutscher Seite waren Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Generalleutnant Peter Schelzig, stellvertretender Generalinspekteur der Bundeswehr, angereist.

In der 91. Minute hätte es den den Ausgleich geben können, doch Oberfeldwebel Florian Stahl scheiterte mit seinem grandiosen Schuss an der Latte des britischen Tores. Bei der Verkündung des Endstandes von 1:0 für die Britische Armee brach das Publikum in tosenden Beifall aus. Sergeant Keith Emmerson, Spielführer der britischen Mannschaft, sagt voller Respekt: "Die Deutschen haben ein sehr gutes Team mit einem hervorragenden Torwart."

Nach dem Spiel und nach der Siegerehrung trafen sich die deutschen Spieler mit ihren britischen Kameraden auf ein gemeinsames Bier. Im kommenden Jahr wird es weitere Sportveranstaltungen geben, bei denen die Bundeswehrsoldaten wieder ihre Leistungen zeigen können.

Text: Andreas Beu

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