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VLOU macht deutlich: Austausch von Gelenken darf keine Frage des Alters sein

VLOU macht deutlich: Austausch von Gelenken darf keine Frage des Alters sein
Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Vorsitzender des Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschlands e.V. (VLOU) / Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/113398 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/VLOU"

Berlin (ots) - Immer wieder wird thematisiert, dass zu häufig oder unnötig künstliche Knie- und/oder Hüftgelenke (Endoprothetik) bei Patienten eingesetzt werden. Besonders bei Älteren ist der Blick der Öffentlichkeit sehr kritisch. Dabei sind einerseits Fragen zu der allgemeinen Gesundheit der Patienten Gegenstand der Betrachtungen, andererseits werden aber auch Fragen laut, die nicht so neutral sind. Übersteigt die Haltbarkeit der Gelenk-Prothese die Lebenserwartung des Patienten? Ist es nicht im Alter normal, dass man nicht gut laufen kann? Wirtschaftliche Betrachtungen spielen plötzlich eine Rolle.

Wer rastet, der rostet

"Um die Beweglichkeit im Alter zu erhalten, muss der Mensch aktiv bleiben. Er muss sich sportlich betätigen, um dem natürlichen Muskelabbau entgegenzuwirken. Aber unter Schmerzen ist dies schwer möglich, ebenso bei ungleicher Beanspruchung, weil man beispielsweise ein Knie nicht belastet", macht Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Vorsitzender des Verbands leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschlands e. V. (VLOU), deutlich. "Dabei zählt im hohen Alter auch spazieren gehen, tanzen oder wandern zu Sport. Hautsache, man bewegt sich und stärkt die Muskeln. Aktiv sein, bedeutet - gerade im Alter - ein großes Stück Lebensqualität."

Während der Mensch zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr den kontinuierlichen Muskelabbau kompensieren kann, wird es anschließend schwieriger. Wird im Alter das Laufen beschwerlicher, beginnt eine Abwärtsspirale. Wenn Bewegung Schmerz verursacht, bewegt man sich weniger und nimmt eine Schonhaltung ein. Hinken und eine Bewegungseinschränkung sind die Folge. Dadurch bewegt man sich weniger, wodurch die Muskulatur noch weiter abgebaut wird. Das führt unweigerlich zu einem schnelleren Alterungsprozess. "Bei fortgeschrittener Verschleiss-Erkrankung und ausgereizter konservativer Therapie sind Gelenkersatz-Operationen auch im hohen Alter sinnvoll - und die müssen in unserem Versicherungssystem definitiv möglich sein", betont Karl-Dieter Heller.

Individuelle Sorgen

Neben den allgemeinen Vorurteilen machen sich auch Patienten, denen ein solcher Eingriff empfohlen wird, ihre Gedanken. "Ich höre nicht selten die Frage, ob eine solche Operation überhaupt noch Sinn macht", berichtet Karl-Dieter Heller. "Dabei untersuchen wir den Gesundheitszustand eines Patienten ganz genau, bevor wir ihm zu einem Austausch raten." Ist der Patient körperlich nicht ausreichend belastbar oder narkosefähig, kommt ein solcher Eingriff gar nicht erst in Frage. "Allerdings sind die Menschen, die über eine solche Operation nachdenken, meist nahezu gesund. Wer 90 Jahre alt ist, kann nicht schwerkrank sein - sonst wäre er so alt nicht geworden", gibt der Verbands-Vorsitzende zu bedenken.

Neue Gelenke gegen Demenz?

Eine neue Studie zeigt eine weitere Seite der Pro-Argumente für den Einsatz künstlicher Knie- oder Hüftgelenke im Alter. Die Ergebnisse besagen, dass Menschen, die sich im Alter aktiv bleiben, um 50 Prozent seltener an Demenz erkranken als andere, die sich nicht bewegen. "Auch das macht mehr als deutlich, dass auch ältere Patienten ihre Einschränkungen - beispielsweise durch eine Arthrose - nicht hinnehmen, sondern behandeln lassen sollten", stellt Heller deutlich klar.

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