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Neue Perspektive für den ALSA-Standort Steinau-Uerzell: Schulterschluss von Mitarbeitern und Geschäftsleitung ebnet den Weg für Zukunftspaket
200 Arbeitsplätze bleiben in der Region erhalten

Steinau-Uerzell (ots) - Gute Nachrichten für die Beschäftigten am ALSA-Standort Steinau-Uerzell und ihre Familien: Geschäftsführung und Tarifpartner haben heute ein umfangreiches Verhandlungspaket verabschiedet, das dem Produktionsbetrieb eine neue Zukunft in der Region eröffnet. Das Paket besteht aus vier inhaltlich eng miteinander verknüpften Bausteinen: Es umfasst einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31.05.2017 und einer Lohnerhöhung in drei Stufen, einen Interessenausgleich über den Abbau von 20 Arbeitsplätzen, eine Beschäftigungssicherung bis 2019 und einen ausgewogenen Sozialplan mit Abfindungen für die von einer Kündigung betroffenen Mitarbeiter.

Die Pläne für eine vollständige Verlagerung der Produktion sind damit vom Tisch. Die neue Strategie sieht für ALSA eine Produktion an zwei Standorten vor: In Görlitz wird die industrielle Massenfertigung weiter kräftig ausgebaut. Dagegen werden in Steinau-Uerzell vor allem Kleinserien und Prototypen produziert und Entwicklungsprojekte realisiert. Möglich wurde die positive Wende durch den Schulterschluss der Beschäftigten mit der Geschäftsleitung. Beide Seiten haben den Standort in einem gemeinsamen Kraftakt auf die Erfolgsspur zurückgebracht und damit das Fundament für die jetzt erzielte Einigung gelegt.

"An der grundsätzlichen Situation des Standorts hat sich wenig geändert, aber die wirtschaftlichen Parameter haben sich definitiv verbessert", erklärt Peter Riedel, Mitglied der ALSA-Geschäftsführung. "Das liegt nicht nur an dem weltweiten BIRKENSTOCK Hype, der für eine gute Auslastung der Produktion an allen Standorten sorgt, sondern es ist auch das Ergebnis einer großartigen Mannschaftsleistung."

Belegschaft und Management haben in den letzten Monaten gemeinsam viel erreicht: Die Restrukturierungsmaßnahmen zeigen Wirkung, erste Vertriebserfolge haben die Planungssicherheit deutlich erhöht. So konnte die ALSA-Geschäftsleitung zum Jahreswechsel 2013/14 in schwierigen Verhandlungen mit einem der wichtigsten Kunden eine Liefervereinbarung abschließen. Der Auftrag sichert diesem Teil des Fremdgeschäfts eine Perspektive für die nächsten zwei bis drei Jahre.

Peter Riedel zeigt sich erfreut über die positive Wende: "Mein besonderer Dank gilt den Beschäftigten, die den Prozess sehr konstruktiv begleitet haben. Diese Gemeinschaftsleistung hat auch unsere Gesellschafter überzeugt und dazu bewegt, ALSA in der Region eine neue Perspektive zu geben."

Riedel weiter: "Unser Dank gilt aber auch unseren Verhandlungspartnern, mit denen wir selbst in schwierigen Punkten wie dem Stellenabbau eine einvernehmliche Lösung erzielen konnten. Die Verhandlungsführer von IG Metall und Betriebsrat haben sehr konstruktiv an dem Prozess mitgewirkt und mit ihrer offenen Haltung den Weg für eine kreative, tragfähige und auch für uns akzeptable Verhandlungslösung geebnet."

200 Arbeitsplätze bleiben in der Region

Die heute verabschiedete Regelung sichert mindestens 200 Beschäftigten einen Arbeitsplatz bis 2019. Um ALSA die Chance zu geben, auf Schwankungen in der Auftragslage angemessen zu reagieren, haben die Verhandlungspartner eine Öffnungsklausel vereinbart. Diese sieht vor, dass die Zahl der Stellen unter sehr klar umrissenen Voraussetzungen frühestens ab 2017 auf 160 reduziert werden kann. Damit bleibt ein Großteil der ALSA-Arbeitsplätze in der Region erhalten. Im Gegenzug hat der Betriebsrat dem Abbau von 20 Arbeitsplätzen in den produktionsfernen Bereichen zugestimmt.

Für die von einer Kündigung betroffenen Mitarbeiter wurde ein fairer und ausgewogener Interessenvergleich mit Sozialplan vereinbart. "Dieser Schritt ist leider unvermeidbar", so Riedel. "In den kommenden Wochen werden wir mit allen Betroffenen sprechen und in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat die für die Menschen bestmögliche Lösung finden." Der Sozialplan sieht Abfindungen für alle betroffenen Mitarbeiter vor.

Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt eine Daueraufgabe

Auch die verbleibenden Mitarbeiter müssen sich auf Veränderungen einstellen, wobei die Chancen hier ganz klar im Vordergrund stehen. Sie müssen jetzt dauerhaft unter Beweis stellen, was sie in den zurückliegenden Monaten mit großem Einsatz gezeigt haben - dass der Betrieb im Gesamtgefüge der Produktionslandschaft der BIRKENSTOCK Gruppe seine Berechtigung hat.

"Wir können uns nicht auf dem Erreichten ausruhen", sagt Manfred Eisele, Geschäftsführer Produktion der BIRKENSTOCK Gruppe. "Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt auch in den kommenden Jahren eine Daueraufgabe für uns alle." Dazu gehöre neben der Erneuerung des Maschinenparks auch die nach wie vor ungelöste Immobilienfrage. "Mit der Gebäudesituation in Uerzell sind wir immer noch nicht zufrieden und streben mit unserem Vermieter eine Veränderung an. Sofern wir hier keine signifikante Verbesserung erzielen, werden wir auch die Möglichkeit eines Umzugs innerhalb der Region ins Auge fassen. Das ändert aber nichts an unserer Zusage über 200 Arbeitsplätze hier in der Region zu halten."

Keine Auswirkungen auf die Wachstumspläne für den Standort Görlitz

Auf die Wachstumspläne und die Perspektiven des Standorts Görlitz hat die Einigung keine Auswirkungen. Zur Erinnerung: Die ursprünglichen Pläne sahen vor, dass nur das so genannte Fremdgeschäft mit Drittkunden in Steinau-Uerzell verbleiben sollte, während die Produktion von BIRKENSTOCK Produkten nach Görlitz verlagert werden sollte. Da BIRKENSTOCK viel stärker wächst als geplant und die Restrukturierungsmaßnahmen im ALSA-Werk Steinau-Uerzell die erhoffte Wirkung zeigen, kann nun auch dieser Teil der Produktion am Standort verbleiben.

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