MfAM Mobilfunk Asset Management GmbH

Fondsgesellschafter InfraTrust 2 und 5 verklagen Oliver Schulz auf Schadenersatz
Schäden von mehr als 20 Mio. EUR drohen
Auch Geschäftsführung der ITP 9 und Anlegerin stellen Strafanzeige

Berlin (ots) - Die MfAM Mobilfunk Asset Management GmbH hat im Auftrag der Anleger der InfraTrust (IT) Fonds 2 und 5 eine Schadenersatzklage gegen Oliver Schulz und dessen Firma CSK Management GmbH eingereicht. Der Klage gegen den ehemaligen IT-Verantwortlichen liegt ein Beschluss der Gesellschafter beider IT-Fonds zugrunde. Die Anleger sehen ihre Fonds sowohl durch das Missmanagement von Oliver Schulz als auch durch den von diesem initiierten pflichtwidrigen Austausch der Fonds-Geschäftsführung sowie einer damit im Zusammenhang stehenden Vermögensverschiebung geschädigt. Unabhängig von dieser Klage hat die Geschäftsführung eines weiteren IT-Fonds, dem InfraTrust Premium (ITP) 9, gemeinsam mit einer ITP 9-Anlegerin Strafanzeige gegen Oliver Schulz gestellt. In diesem Fall wird dem heutigen Geschäftsführer der Sworn Gruppe Untreue zu Lasten des ITP 9 zur Last gelegt.

Mit der Klage gegen Oliver Schulz, der von 2008 bis 2010 Finanzvorstand der damaligen Berlin Atlantic Capital (BAC) Gruppe sowie maßgeblicher Verantwortlicher für die IT-Fonds war, wollen die Anleger der Fonds IT 2 und IT 5 weitere Anwaltskosten von 205.636,33 US-Dollar (für IT 2) bzw. 47.722,28 US-Dollar (für IT 5), die seinerzeit in den USA zur Abwehr der Pflichtverletzungen des Oliver Schulz aufgewendet werden mussten, ausgeglichen sehen. Darüber hinaus haben die Anwälte der MfAM einen Antrag auf Feststellung eingereicht, dass Oliver Schulz für weitere Schäden seines illegalen Übernahmeversuchs zu haften hat. Die Geschäftsführung hat zunächst einen Teil der Schadensersatzansprüche geltend gemacht; im Laufe des Jahres soll die Klage um die weiteren von den Anlegern beschlossenen Schadenspositionen und Beklagten erweitert werden. Der insgesamt drohende Schaden beträgt womöglich über 20 Millionen US-Dollar.

Grundlage hierfür ist zum einen das nachgewiesene Missmanagement von Oliver Schulz in der Führung der IT-Fonds. So setzte dieser wesentliche Prozesse, Strukturen und Abläufe innerhalb der Fondsgeschäftsführung nicht nur nicht um, sondern legte diese geradezu lahm. "Die Aufarbeitung der Unterlagen ergab, dass Herr Schulz Controlling-Strukturen gezielt umging, Organisationsprozesse auflöste und Mitarbeiter und Ressourcen bewusst falsch einsetzte", erklärt MfAM-Geschäftsführer Stephan Brückl. "Darüber hinaus wurden das gesamte Vertragsmanagement und die Buchhaltung in den USA nicht ordnungsgemäß vorgehalten bzw. umgesetzt." Die Aufarbeitung dieses Missmanagements, das von 2011 bis jetzt andauert, war zudem dadurch erschwert worden, dass Oliver Schulz bis kurz vor seiner Entlassung wesentliche Bestandteile der Buchungskonten manipulierte und Akten- und E-Maildokumentation vernichten ließ - ganz offensichtlich mit der Absicht seine Fehler zu "vertuschen".

Wie im Zuge der Aufarbeitung festgestellt wurde, folgte dieses Missmanagement allerdings durchaus einem Plan. Denn letztlich beabsichtigte Oliver Schulz die IT-Fonds unter seine Kontrolle zu bringen. "Nachdem Herr Schulz ein System geschaffen hat, das nur noch er und seine Komplizen überblickten und somit für die übrigen Gesellschafter der BAC-Gruppe kaum noch Transparenz gegeben war, führte er ein angebliches Insolvenzszenario der BAC Gruppe herbei", erläutert Stephan Brückl. Zwischenzeitlich hatte Oliver Schulz heimlich die rechtswidrige Übertragung des aus Gesellschaftereinlagen finanzierten Sach- und Geldvermögens der IT-Fonds (30 Mobilfunkmasten im Wert von 30 Millionen US-Dollar) sowie die Überweisung von Geldbeträgen in Höhe von 4,8 Millionen US-Dollar auf die eigens zu diesem Zweck gegründete und von ihm kontrollierte Communications Infrastructure Asset Management Group veranlasst. "Wie unsere Wirtschaftsprüfer außerdem festgestellt haben, schuldeten die IT-Fonds der BAC Gruppe zu diesem Zeitpunkt über 4 Millionen Euro. Diese Liquidität wollte Oliver Schulz seiner Sworn Gruppe offenbar als ,Mitgift' zur Gründung zukommen lassen. Mit dem von ihm fingierten Insolvenzszenario der BAC Gruppe wären diese Verschiebungen vermutlich unentdeckt geblieben."

Und obwohl der BAC-Vorstand mittlerweile misstrauisch geworden war und Oliver Schulz am 7. Dezember 2010 von seinen Aufgaben entbunden hatte, erwirkte dieser einen Austausch der Komplementärgeschäftsführung der IT-Fonds gegen die von ihm kontrollierte CSK Management GmbH. Dazu täuschte Oliver Schulz den Treuhänder der Fonds, der an dem Austausch der Komplementärin dann auch im Rahmen der Handelsregisteranmeldung mitwirkte.

Für dieses treu- und pflichtwidrige Vorgehen zu Lasten der Anleger und zu seinem eigenen Vorteil ist Oliver Schulz vom Landgericht Berlin (Az.: 98 O 67/11) im Juni 2013 bereits verurteilt worden. "Damals haben wir lediglich einen Teilbetrag geltend gemacht und angekündigt, dass wir uns weitere Forderungen vorbehalten", so MfAM-Geschäftsführer Stephan Brückl. "Das setzen wir jetzt mit dieser Schadenersatzklage konsequent um."

Im Raum steht außerdem noch die illegale Übertragung von Daten der BAC-Anleger bzw. BAC-Kunden sowie weiterer Geschäftsunterlagen an die Sworn Gruppe. Diese fanden sich in geradezu wundersamer Weise in den Büros der Sworn Gruppe wieder. Dazu erklärte der ehemalige Sworn-Geschäftsführer Stefan Winter, dass sich diese vertraulichen Unterlagen "zufällig eines Tages im Briefkasten der Sworn befanden". Zuvor hatten ehemalige BAC-Mitarbeiter, darunter die einstige BAC-Geschäftsführerin Chloe Kohlhoff, die heute sämtlich bei der Sworn Gruppe arbeiten, ihre E-Mail-Konten gelöscht und auf Anweisung von Oliver Schulz weitere Firmenunterlagen der BAC vernichtet. In diesem Zusammenhang ermittelt seit rund zwei Jahren die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Oliver Schulz (241Js 398/12).

Missmanagement und Organisationsversagen des Oliver Schulz sowie die Verschiebung von Mitteln der IT-Fonds auf seine eigene Firma begründen auch die Strafanzeige der Geschäftsführung des ITP 9 sowie einer Anlegerin dieses Fonds.

"Der ITP 9 hat als atypische stille Beteiligung in die Communications Infrastructure Group (CIG) als Zielgesellschaft investiert", erläutert Stephan Brückl. "Das Betriebsvermögen der CIG ist in einzelne ,Compartments' aufgeteilt.

Laut Gesellschaftsvertrag hätte Oliver Schulz als Geschäftsführer für jeden atypisch stillen Gesellschafter ein eigenes Konto führen müssen. Das ist aber nicht geschehen. Statt dessen wurden Anlegergelder auf einem einzigen Konto gesammelt, von dem aus er 4,88 Millionen US-Dollar auf sein Unternehmen Communications Infrastructure Asset Management Group verschoben hatte. Damit verringerte Oliver Schulz die Werthaltigkeit der Anteile der ITP 9-Anleger - auch die Beteiligung der Anlegerin, die jetzt gemeinsam mit der MfAM Strafanzeige gegen den ehemaligen BAC-Vorstand gestellt hat.

"Wir müssen diesem unglaublich dreisten Vorgehen, mit dem Herr Schulz völlig offensichtlich Anlegergelder gefährdete, in aller Konsequenz nachgehen", so Stephan Brückl. "Das geschieht im Interesse der Anleger des ITP 9 und in diesem Fall sogar im direkten Zusammenwirken mit diesen."

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