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Brexit: Großbritannien könnte Pole Position bei Jobsuchenden verlieren - Chance für deutsche Arbeitgeber

Düsseldorf (ots) - Deutschland derzeit noch deutlich hinter Großbritannien / Gerade Beschäftigungsfelder mit hoher Bedeutung für Digitalisierung könnten profitieren / Starkes Wachstum, ein hoher Fachkräftebedarf und eine stabile Wirtschaft ziehen Arbeitskräfte an

Die Abstimmung für den Austritt aus der EU könnte die Beliebtheit Großbritanniens bei Jobsuchenden verringern - und somit deutschen Unternehmen Vorteile verschaffen, so Mariano Mamertino, Europa-Ökonom bei Indeed, der weltweit größten Online-Jobseite. Insbesondere in technischen Branchen und in den beliebten Städten der Gründerszene wie Berlin könnten die Folgen eines Brexits spürbar werden.

Der Indeed-Bericht "Europa in Bewegung" untersucht die relative Beliebtheit der EU-15-Länder bei Jobsuchenden*. Das Vereinigte Königreich steht laut der Untersuchung klar an erster Stelle. Jobsuchende innerhalb der EU interessieren sich dreimal mehr für Großbritannien als für die in der Beliebtheitsskala nächstplatzierten Länder Deutschland und Frankreich. Das könnte sich nun ändern.

Dazu Mariano Mamertino, Europa-Ökonom für das Indeed Hiring Lab (eine Forschungsgruppe von Indeed zu Arbeitsmarktthemen): "Wir sind der Ansicht, dass Deutschland durch einen Brexit für Fachkräfte auf der Suche nach hochqualifizierten Stellen innerhalb der EU durchaus an Attraktivität gewinnen könnte. Bereiche wie die Technologiebranche, Ingenieurwesen und Finanzdienstleistungen würden von den zusätzlichen Kandidaten profitieren, für die sich ein Großbritannien außerhalb der Europäischen Union als weniger zugänglich oder weniger attraktiv erweist.

Deutschland ist die stärkste Volkswirtschaft in der EU, mit einem stabilen Arbeitsmarkt und einer ständig wachsenden Startup-Szene, vor allem in Berlin - aber auch in vielen anderen deutschen Städten, wie beispielsweise Düsseldorf, Stuttgart, München oder Hamburg. München und Berlin sind sogar die zwei Städte mit der europaweit höchsten Konzentration an offenen Stellen im Tech-Bereich. Hier wäre ein größerer Pool an Talenten definitiv von Vorteil.

Dem steht entgegen, dass ein größeres Angebot an interessierten Fachkräften die Bandbreite an wirtschaftlichen Risiken für die deutsche Wirtschaft, die der Brexit aufgrund der weitreichenden Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern darstellt, unter Umständen nicht ausgleichen kann.

Ein Brexit könnte allgemein schwerwiegende Auswirkungen auf die grenzübergreifende Zuwanderung von Fachkräften innerhalb der EU haben. Nahezu 4 von 10 aller Jobsuchanfragen in den EU-15-Staaten werden auf der Website von Indeed UK durchgeführt, wobei sich die Zahl der Zuwanderer aus der EU nach Großbritannien zwischen 2012 und 2015 verdoppelt hat. Jegliche politische Maßnahme, die die britische Regierung ergreifen wird, um ausländischen Arbeitskräften eine Arbeitsaufnahme innerhalb des Vereinigten Königreichs zu erschweren, wird sich ziemlich sicher negativ auf Unternehmen auswirken, die zur Besetzung ihrer offenen Stellen gerne auf internationale Talente zurückgreifen."

Bei Suchanfragen innerhalb der EU-15-Staaten belegt Deutschland trotz seiner Wirtschaftslage und seiner niedrigen Arbeitslosigkeit derzeit laut der Indeed-Studie nur den dritten Platz nach Frankreich, ist aber bei vielen Nicht-EU- und EU-28-Staaten beliebt. Die Hauptquelle von Jobsuchen nach IT-Stellen in Deutschland aus dem Ausland ist allerdings ausgerechnet Großbritannien. Falls sich jedoch die Länder, die sich bisher auf Großbritannien konzentriert haben, nun auf Deutschland ausrichten, könnte sich das auf lange Sicht wieder ausgleichen.

Deutschland und Großbritannien stehen im direkten Wettbewerb um Fachkräfte, innerhalb und außerhalb der EU. Beispielsweise polnische und indische Fachkräfte orientieren sich derzeit auf ihrer Suche nach IT-Positionen sowohl nach Deutschland als auch nach Großbritannien. Bereits in den Monaten vor dem Referendum konnte Indeed einen deutlichen Rückgang der Suchanfragen aus Polen nach Großbritannien feststellen.

*Zur Gruppe der EU-15 gehören die ersten fünfzehn beigetretenen Mitgliedsstaaten der EU: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Dänemark, Griechenland, Irland, Schweden, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Belgien und Finnland. **Europe on the Move, 2016 http://blog.indeed.co.uk/hiring-lab/europe-on-the-move-2016/ (englische Version, die deutsche Version ist auf Anfrage erhältlich)

Für Interviewanfragen an Mariano Mamertino zu den Auswirkungen des Brexit auf den europäischen Arbeitsmarkt wenden Sie sich bitte an den Indeed-Pressekontakt. Ebenso stellen wir gerne weitere Daten zur Verfügung.

Pressekontakt:

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Ina Steinbach
PR Manager DACH & Benelux
Email: Ina@indeed.com
Telefon: +49 211 540 317 40

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