Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Nicht mehr Milchgeld - Subventionen gibt es für Landwirte genug
Leitartikel von Florian Girwert zum sogenannten Milchgipfel und dem Preisverfall bei Milch

Weimar (ots) - Verglichen mit der Bankenrettung wirkt die Summe von "100 Millionen Euro plus x" für die deutschen Milchbauern beinahe wie eine vernachlässigbare Kleinigkeit. Doch weit gefehlt: Tatsächlich geht es um erhebliche Mehrausgaben, die zur gigantischen Umverteilung, die in der Landwirtschaft längst betrieben wird, hinzukommen. Allein in Thüringen ist das ein dreistelliger Millionenbetrag, der aus Steuermitteln jedes Jahr an Landwirte ausgeschüttet wird.

In Zeiten der Milchquote haben etliche Großbetriebe und Bauernfunktionäre darauf spekuliert, nach der Mengenfreigabe kräftig exportieren zu können. Der Weltmarkt allerdings ist ein heikles Feld. Hier gibt es politische Unwägbarkeiten wie den russischen Einfuhrstopp - und Milchbetriebe können nicht wie ein fitter mittelständischer Automobilzulieferer mit einzigartigen Produkten punkten. Kühe können auch in China auf der Weide stehen.

Mit dem Konflikt in der Ukraine haben sich Russland und die EU verkracht - und die Russen erzeugen ihre Milch wieder stärker selbst. In Deutschland gibt es also zu viel Milch. Daran ändern staatliche Hilfen nichts. Dass deshalb Milchviehhalter aufgeben, ist bedauerlich, passiert jedoch in anderen Branchen auch. Mittelfristig führt das Firmensterben dazu, dass durch dann wieder steigende Preise die übrigen Betriebe dazu in der Lage sind, ihre Kosten zu erwirtschaften.

Wem diese Betrachtung nicht recht ist, der muss sich klar dazu bekennen, dass man sich eine halbwegs kleinteilige Landwirtschaft bewahren will. Die zu erhalten wird Geld kosten - das darf es aber nur gegen Mengenbegrenzung geben.

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