Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Die Kuh auf dem Eis
Kommentar von Wolfgang Hirsch zu den Kämpfen um Thüringens Kulturlandschaft

Weimar (ots) - Das Hoffsche Kulturkonzept ist nun zur Kenntlichkeit entstellt, einen Sinn sieht darin niemand mehr. Die einzigen strategischen Ziele, die sich noch abzeichnen, lauten, möglichst viele Musikerstellen - wo auch immer - zu kürzen und die Landeshauptstadt kulturell zu stärken. Das bringt sogar Jenas Schröter, einen ansonsten sehr besonnenen Zeitgenossen, auf die Barrikaden.

Hoff reagiert mit Rhetorik nach außen und massivem Druck auf die Verhandlungspartner. Die Erfurter, die nur Gutes zu erwarten haben, werden sich dem kaum widersetzen. Verhalten sich aber alle anderen - von Altenburg bis Eisenach und von Nordhausen bis Meiningen - miteinander solidarisch, so wird der Minister mit diesen Verhaltensweisen nicht durchs Ziel gehen.

Da ist nicht garantiert, dass es nicht doch noch zu lautstarken Protesten kommt. Wir haben solche Kulturkämpfe ja in früheren Jahren bereits erlebt. Und wenn die Weimarer nun in letzter Minute eine finstere Vorentscheidung über die Abwicklung des Kunstfests vertagen, so gilt die Devise: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die breite Front der Solidarität für Christian Holtzhauer und sein Team hat aber erst einmal Wirkung gezeigt.

Das sollte die kommunalen Kulturpolitiker ermutigen, nicht untertänigst zu willfahren. Die Kuh bleibt - trotz nahenden Frühlings - auf dem Eis. Und das ist ein Glück.

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