Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Der heulende Wolf - Gegen schwarze Politik im grünen Kleid
Leitartikel von Maximilian Wolf zum Wahlkampf in Baden-Württemberg

Weimar (ots) - Es war ein bewusster Schulterschluss und kein Zufall, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU)am Freitag einen Termin bei einem Maschinenbauunternehmen in Waiblingen wahrnahm und dabei Baden-Württembergs amtierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) an ihrer Seite wusste. Neun Tage vor der wohl schwierigsten Landtagswahl in der Geschichte der CDU Baden-Württembergs zeigte die Kanzlerin, was sie von innerparteilicher Konkurrenz hält: Nichts.

CDU-Kandidat Guido Wolf hatte sich gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Kandidatin Julia Klöckner gegen den Merkel-Kurs in der Flüchtlingspolitik gestellt. "Sie hat's am Anfang halt ein bissle verpasst", sagte Wolf vor wenigen Wochen im Beisein der Kanzlerin. Worte, die in Berlin bei der Unionsspitze zurzeit ungern gehört werden. Etwas mehr als ein Jahr vor der Bundestagswahl geht es bei der CDU nicht nur darum, im Südwesten wieder das Landesoberhaupt zu stellen, sondern um Rückendeckung und Loyalität. Merkels Weg ist sicher kein einfacher, aber die Kanzlerin ist entschlossen, ihn bis zum Ende zu gehen. Womöglich zu Lasten von Guido Wolf.

Die Umfragewerte sprechen mittlerweile für eine Wiederwahl des Grünen-Politikers Kretschmann, der mit konservativer Politik der CDU die Stimmen stibitzt und der AfD nur wenig Zulauf beschert.

Guido Wolf war schon nicht in der Lage, Kretschmanns wunden Punkt - "Stuttgart 21" - auszunutzen. Zu dünnhäutig war das Verhalten des CDU-Politikers im Wahlkampf, da wird auch die schönste Kampagne nicht mehr viel helfen. Zumindest politisch wird Baden-Württemberg vorerst kein ausschließliches "Wolfsland".

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