Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Untergrenze hat zwei Seiten
Kommentar von Florian Girwert zur Mindestlohn-Bilanz der Thüringer Kammern

Weimar (ots) - Der Mindestlohn bleibt aus Sicht zahlreicher Unternehmen ein Ärgernis - aus vielerlei Hinsicht. Manche Firma stört sich an höheren Kosten, manche beklagt die Bürokratie oder die Beschneidung unternehmerischer Freiheit. Die Gewerkschaften hatten schon vor einiger Zeit Bilanz gezogen - wie auch etwa das Thüringer Wirtschaftsministerium. Sie alle waren sich einig: Zahlreiche Arbeitnehmer haben profitiert, verdienen mehr Geld, brauchen weniger oder gar keine Hilfe mehr vom Staat. Das ist die andere Seite der Medaille.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Natürlich ist es für ein kleines Unternehmen belastend, ein zusätzliches Archiv mit den Arbeitszeiten seiner Angestellten anzulegen - nötig ist es natürlich trotzdem, sonst ließe sich kaum überprüfen, ob Firmen sich an die seit einem Jahr gültigen Regelungen halten. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass der Mindestlohn nicht überall nur deshalb nicht gezahlt wurde, weil der Arbeitgeber nicht willens war, es sich zu leisten. Manche Leistung, mit der weniger leistungsfähige Mitarbeiter eingebunden wurden - oder solche, die sich bei ihrer Arbeit Zeit lassen - wird nun lieber automatisiert hergestellt oder von anderswo eingekauft.

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