Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Worten folgen Taten
Kommentar von Jan-Henrik Wiebe zu den Angriffen auf Journalisten bei einer AfD-Demonstration am Mittwoch in Magdeburg

Weimar (ots) - Die Übergriffe auf Journalisten bei der AfD-Demonstration in Magdeburg sind kein trauriger Einzelfall. Bereits vorher gab es Angriffe und Verfolgungen von Journalisten, wie ich selbst in Erfurt erlebt habe. Wer wöchentlich gegen "die Medien" hetzt, muss sich nicht wundern, wenn einzelne Anhänger irgendwann Taten folgen lassen. Die AfD-Politiker und -Anhänger müssen sich deshalb umso deutlicher von Gewalt distanzieren.

Kritik an Berichterstattung ist erwünscht und gehört genauso zu unserer Demokratie dazu wie die freie Meinungsäußerung auf der Straße. Was sich dort jedoch derzeit abspielt, hat teilweise nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun. Wenn dem Ausruf "Lügenpresse" dann "auf die Fresse" folgt, ist dies ein Aufruf zur Gewalt, der bei Pegida und Co. vielfach zu hören ist.

Die Polizei darf diesem Treiben nicht mehr tatenlos zuschauen. Sie muss in Zukunft stärker die Journalisten auf Demonstrationen vor Übergriffen dieser Gewalttäter schützen. Gleichzeitig sollten auch AfD-Anhänger nicht mehr zuschauen, wenn sie bemerken, dass aus ihren eigenen Reihen Gewalt angewendet oder dazu aufgerufen wird - in ihrem ganz eigenen Interesse.

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