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Thüringische Landeszeitung: Britisches Dilemma
Kommentar von Matthias Benkenstein zu den britischen Vorwürfen, Russlands Präsident Putin sei in die Ermordung des Kreml-Kritikers Litwinenko in London 2006 involviert gewesen

Weimar (ots) - Putin-Schelte kommt in Großbritannien gut an. Und so fühlt man sich auf der Insel eigentlich nur in dem bestätigt, was man schon längst zu wissen glaubt: dass die Ermordung des Exil-Russen Litwinenko in London vor zehn Jahren eine Operation des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB war.

Doch was wusste Putin? "Wahrscheinlich", "möglicherweise" sei der Mord durch den Kreml-Chef persönlich genehmigt worden. Rechtlich ist das wenig von Belang. Eine Untersuchung ist eben nur eine Untersuchung und kein Prozess mit all seinen Konsequenzen. Und so muss bei all der Spekuliererei auch für Putin die Unschuldsvermutung gelten. Die Situation bleibt also festgefahren, vor allem weil Moskau die Auslieferung der beiden Tatverdächtigen nach wie vor ablehnt. Das britisch-russische Verhältnis kühlt sich damit zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt noch mehr ab. Und Premierminister Cameron steht vor einem Dilemma: Einerseits machen ihm seine Konservativen Feuer, er solle einen härteren Kurs gegenüber Moskaus einschlagen. Andererseits darf er aber nicht zu überzogen reagieren, weil eine Lösung im endlos erscheinenden Syrien-Konflikt kaum ohne Russland vorstellbar ist.

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