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Thüringische Landeszeitung: Deutscher Käse
Kommentar von Gerlinde Sommer zur Abrechnung von SPD-Chef Sigmar Gabriel mit der Union bei der Vorstandsklausur seiner Partei in Nauen

Weimar (ots) - Mancher in der CDU würde jetzt gerne Sigmar Gabriel sein. Der SPD-Vormann und Koalitionär spricht aus, was viele in der Union so oder so ähnlich der Kanzlerin auch mal gerne laut und deutlich sagen würden.

Sigmar Gabriel hat für sich jetzt im Spannungsdreieck von Merkel, Seehofer und seiner Wenigkeit einen Platz gefunden, der Aufsehen erregt. Und womöglich auch bei einigen Landtagswählern im März hier und da Beachtung findet.

Er sagt so Sätze wie "Man kann nicht auf Dauer nationale Grenzen offen halten, wenn die EU-Außengrenzen löchrig sind wie Schweizer Käse." Will heißen: Das, was derzeit entlang der deutschen Grenze passiert, ist Käse. Deutscher Käse - und zwar einer von der Sorte, der viele Menschen anstinkt. Gabriel kann also darauf bauen, dass viele Menschen ihm beipflichten werden.

Aber die Frage bleibt: Was will er nach dieser wohl weithin auf positive Resonanz stoßenden Ansage verändern? Wo will er ansetzen? Und wie will er verhindern, dass er mit seiner Kritik an der Kanzlerin nicht jenen den Weg in die Landtage bereitet, die für CDU, SPD und Co. nur das Schmähwort "Altparteien" übrig haben - und die offenbar auch gar nicht koalitionsfähig sein wollen? Gabriel sollte nicht nur über verschüttete Milch lamentieren, sondern Lösungen präsentieren. Alles andere ist Käse.

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