Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Stammtischidee - Bayerischer Landrat benutzt Flüchtlinge
Kommentar von Axel Zacharias zur Busfahrt von 31 Flüchtlingen nach Berlin zum Kanzleramt

Weimar (ots) - Die Aktion des Landshuter Landrates Peter Dreier, einen Bus voller Flüchtlinge nach Berlin zum Kanzleramt karren zu lassen, mag ja für den einen oder anderen Schenkelklopfer sorgen. Der Freie-Wähler-Mann schenkt analog seinem Ministerpräsidenten Seehofer Kanzlerin Merkel so richtig einen ein, wird sich so mancher Zeitgenosse nicht nur in Bayern freuen, zumal die Kommunen mit der Flüchtlingskrise ja wirklich ziemlich gebeutelt sind.

Aber dies alles ist wohl doch etwas zu kurz gedacht. Denn wenn jemand Beifall heischend solcherart öffentlichkeitswirksame Aktionen auf dem Rücken von Asylsuchenden durchzieht, dann darf man zumindest seine Eignung für ein öffentliches Amt hinterfragen. Die damit als Verschiebemasse benutzten Flüchtlinge wussten vielleicht nicht einmal, wozu sie missbraucht wurden. Ja, sie freuten sich eventuell sogar, weil man ihnen sagte, es gehe zur Bundeskanzlerin.

Das alles kommt einem vor, als sei eine im Bierdunst geborene Stammtischidee verwirklicht worden. Politik aber sollte ernsthafter betrieben werden - gerade auch in der Krise.

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