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Thüringische Landeszeitung: Ewiger Streit - Krise verlangt nach einer Einigung der Union
Leitartikel von Matthias Benkenstein zum unionsinternen Streit über eine Flüchtlingsobergrenze

Weimar (ots) - Die Fronten sind verhärtet: Seehofer bleibt bei seiner Forderung, nur noch 200 000 Flüchtlinge pro Jahr ins Land zu lassen. Und Merkel erteilt ihm einmal mehr eine Absage. Nun kann Streit an sich ja eine gute Sache sein - aber nur, wenn man sich irgendwann auch mal einigt. Wenn man bedenkt, dass Deutschland mit der größten Krise seit Jahrzehnten zu kämpfen hat, dauert dieser Streit schon zu lange. Es ist nur peinlich, dass sich die Schwester-Regierungsparteien selbst zerfleischen, anstatt in einer Ausnahmesituation an einem Strang zu ziehen. Letzteres darf das Volk wohl verlangen dürfen.

Zu der Forderung einer Obergrenze von 200 000 Menschen ist zu sagen, dass sie freilich nicht ausgereift ist. Es gibt zu viele Fragezeichen, als dass sie Eins zu Eins umgesetzt werden könnte. Dennoch ist die Diskussion darüber richtig. Selbst Merkel muss einsehen, dass es nicht so wie 2015 mit mehr als einer Million Flüchtlinge weitergehen kann - zumal der Druck auf sie auch durch die Maßnahmen der Nachbarländer wie Dänemark oder Österreich wächst. Deutschland muss wieder Kontrolle über seinen Zuzug bekommen.

Grenzen sind im Übrigen bei der Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen vielerorts schon erreicht. Es ist beeindruckend, was die Gesellschaft geleistet hat, um größeres Chaos zu verhindern. Doch der Kraftakt von Freiwilligen und Institutionen wird sich nicht ein ums andere Mal wiederholen lassen. Zumal Integrationsarbeit Jahre oder Jahrzehnte dauert. Es sind ja auch nicht nur die aktuellen Flüchtlinge. Schon vor der Krise lockte der deutsche Arbeitsmarkt Hunderttausende vor allem EU-Ausländer an, die ebenfalls integriert werden wollen.

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