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Thüringische Landeszeitung: Fataler Rücktritt - Bundesinneminister muss endlich handeln
Leitartikel von Axel zacharias zum Rücktritt von Manfred Schmidt, des Leiters der Flüchtlingsbehörde

Weimar (ots) - Das Fatale an dem Rücktritt von Behördenchef Manfred Schmidt ist, dass mit ihm einer der Hauptakteure der Flüchtlingskrise in Deutschland geht, und zwar mitten in dieser. Dass er persönliche Gründe dafür anführt, muss man nicht unbedingt für bare Münze nehmen. Vielmehr darf man wohl mutmaßen, dass er entgegen seinem Ruf als erfahrener Krisenmanager diesmal kein Land mehr gesehen hat. Sein Bundesamt wurde angesichts des immer weiter wachsenden Asyl-Antragsberges zum Sündenbock gemacht, obwohl dafür die bürokratischen Regelungen der Regierung verantwortlich sind.

Die Vermutung liegt damit nahe, dass Schmidt ein Bauernopfer des Bundesinnenministers war. Der einst schneidige Beamte Thomas de Maizière mit dem preußischen Dienstethos blieb seit seinem erzwungenen Verzicht auf seinen Traumjob im Bundesverteidigungsministerium erstaunlich blass. Und mit den Fortschreiten der Flüchtlingskrise blieb er das auch, anstatt sich hier zu profilieren. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit galt de Maizière als Allzweckwaffe der Kanzlerin, gar als Merkels möglicher Kronprinz. Nun kommen die Einschläge angesichts des matten Managements in der Krise immer näher. War also der Rücktritt Schmidts der direkte Vorbote der Demission von de Maizière?

Es ist dringend geboten, die Zahl der Entscheider in Sachen Asyl grundlegend aufzustocken. Angesichts Zehntausender Flüchtlinge an wenigen Tagen stehen die bisher etwa 500 Entscheider auf verlorenem Posten. Wohlstandsflüchtlinge müssen endlich - so sehr das im Einzelfall auch schmerzen mag - konsequenter abgeschoben werden, um Kriegsflüchtlingen Platz zu machen. Das ist nicht unmenschlich, sondern mit Blick auf die vor Krieg, Hunger und Gewalt Flüchtenden humanitär geboten. Diejenigen, die hier bleiben dürfen, müssen schleunigst Deutsch lernen, damit sie wenigstens eine Mindestchance bei uns haben.

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