Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Pest oder Cholera - Das griechische Volk hat keine echte Wahl
Leitartikel von Florian Girwert zu Griechenland

Weimar (ots) - Es geht ein Gespenst um in der Eurozone. Das Gespenst der Demokratie. Mittlerweile droht die griechische Regierung sogar damit, bei Nicht-Akzeptanz ihrer Sparvorschläge Neuwahlen auszurufen, um den eigenen Kurs zu bestärken.

Natürlich ist das ihr gutes Recht, doch zu Hause anzurufen, um sich die Liste fürs Einkaufen bestätigen zu lassen, ändert nichts daran, dass die griechische Regierung derzeit nur über gesperrte Kreditkarten verfügt und somit nicht Einkaufen kann - egal, was das Volk zu Hause wünscht.

Das ist eine bittere Erkenntnis, aber allmählich dringt das auch zum vor kurzem noch gefeierten Premier Alexis Tsipras und seinem Finanzminister durch. Bisher haben sie sich der Erkenntnis verweigert, dass ihnen nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt. Von der Troika, auch wenn die jetzt nicht mehr so heißen darf, kurz gehalten zu werden - oder aber die Staatspleite in Kauf nehmen und wahrscheinlich die Eurozone zu verlassen. Tsipras und sein weltgewandter Kassenwart Giannis Varoufakis haben hoch gepokert und versucht, der Eurogruppe Zugeständnisse abzupressen, konnten sich aber bisher am deutschen Ressortchef Schäuble und seinen Kollegen nur die Zähne ausbeißen.

Aktuell versucht es der griechische Verteidigungsminister, indem er droht, man werde künftig Flüchtlinge, die in Griechenland ankommen, direkt nach Deutschland schicken, sollte es keine Zugeständnisse geben.

Nötig ist von Seiten der Regierung aber keine weitere Drohung, sondern schnelles Handeln. Das ist für eine bessere Entwicklung der griechischen Wirtschaft dringend notwendig. Da reicht es leider nicht aus, künftig Taxifahrer oder Kioskbesitzer mit Hilfe von Touristen oder Hausfrauen auf Honorarbasis auszuspionieren, ob die auch Quittungen ausstellen oder schwarz arbeiten. Bezahlt haben bisher ohnehin schon jene Griechen, die nicht unbedingt mit Reichtum gesegnet sind.

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