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Thüringische Landeszeitung: Keine Euphorie für R2G - Doch Ramelow sitzt fest im Sattel
Leitartikel von Bernd Hilder zur ersten Wahl-Umfrage für Thüringen nach dem Regierungswechsel

Weimar (ots) - Regierungswechsel mit kleinem Stimmungs-Erdbeben: Sowohl Thüringens neue Linkskoalition als auch die abgewählte CDU können sich durch die erste Meinungsumfrage seit der Vereidigung eines linken Ministerpräsidenten bestätigt fühlen. Von den Regierungsparteien hat nur die schwer gebeutelte SPD weiter an Boden verloren. Ihr Plan, durch den Koalitionswechsel zweitstärkste Partei in Thüringen zu werden, ist ein albernes Wolkenkuckucksheim.

Die Momentaufnahme der Prozentverteilung ist ein gutes Spiegelbild der Realität: R2G hat den Freistaat bisher nicht ins Chaos gestürzt, aber weder Euphorie noch Mobilisierung über den Kern der eigenen Wählerschaft hinaus ausgelöst. Das leichte Plus der Linkspartei zeigt, dass Ramelow als gewiefter Polit-Profi anders als manch anderer Neuling im Chefsessel einer Staatskanzlei bislang keine gravierenden Anfängerfehler aufs Parkett gelegt hat. Es hat ihm nicht geschadet, dass die Landesregierung kaum gestaltet und vornehmlich durch unsolide, populistische Haushaltspolitik von sich reden macht. Allerdings hat auch seine geschickte Strategie, sich verbal in der politischen Mitte festzusetzen, für seine Partei bisher keine sichtbaren Früchte getragen.

Rot-Rot-Grün sitzt fest im Sattel, muss sich aber Sorgen machen: Schon in der ersten Umfrage nach der Wahl ist die Mehrheit weg: ungewöhnlich schnell! Die abgewählte CDU mit ihrem neuen Vorsitzenden Mike Mohring schafft es derzeit - nach dem Abtritt von Christine Lieberknecht - in der Wählergunst wieder an alte Zeiten anzuknüpfen. Würde am nächsten Sonntag gewählt, die CDU könnte zwischen mehreren Regierungspartnern wählen, die SPD wäre nicht mehr Königsmacherin, Ramelow nicht mehr Ministerpräsident. Aber wie das so ist mit Umfragen: Die größte Wahrscheinlichkeit bleibt, dass der Landtag erst wieder in mehr als viereinhalb Jahren gewählt wird.

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