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Thüringische Landeszeitung: 1 140 000 000 000 - Der Draghi-Wahnsinn geht weiter
Leitartikel von Bernd Hilder zur Europäischen Zentralbank und dem Beschluss, staatliche Schuldscheine aufzukaufen

Weimar (ots) - Eine starke Währung und gleichzeitig Exportweltmeister: Das war das Markenzeichen Deutschlands, als es noch die D-Mark gab und die Bundesbank als unabhängige Institution über die Geldstabilität entscheiden konnte. Das Erfolgsrezept beruhte auf der Erkenntnis, dass nur politisch schlecht organisierte Staaten und wirtschaftlich wenig leistungsfähige Volkswirtschaften mit dem schier endlosen Drucken von Geld und ständiger Währungsentwertung ein konjunkturelles Strohfeuer entfachen. Das galt als verzweifelter Versuch, internationale Konkurrenzfähigkeit zurückzugewinnen. Funktioniert hat diese wundersame Geldvermehrung immer nur kurzfristig. Langfristig hat es diese Länder noch weiter abgehängt. Der Grund liegt auf der Hand: Wer nur wegen seiner billigen Währung exportieren kann, aber nicht wegen der Qualität seiner Produkte und weil er seine Wirtschaft rationalisiert und modernisiert, schafft eine immer größere Kluft zur technologischen Weltspitze. Genau dies wird die Folge der geldpolitischen Entscheidung von EZB-Chef Mario Draghi sein, durch das Aufkaufen von Staatsanleihen, darunter auch Ramschpapiere aus den südeuropäischen Krisenländern, abenteuerlich viel Geld in den Markt zu pumpen: allein bis 2016 mehr als eintausendeinhundert Milliarden.

Damit eine Deflation verhindern und die Konjunktur in Pleiteländern anheizen zu wollen, ist ein vorgeschobener Grund. Die niedrige Inflationsrate ist allein eine Folge des extrem niedrigen Ölpreises. Draghis Motiv ist politisch: Er will Länder wie Griechenland, Italien oder Frankreich auf Kosten Deutschlands und anderer Länder sowie aller Sparer in Europa vor dem Finanzkollaps retten. Die Schuldzinsen für unsolide wirtschaftende Regierungen bleiben niedrig, ihre Neigung, noch mehr Schulden zu machen, wird steigen: Der Draghi-Wahnsinn geht weiter und das Vertrauen in den Euro wird weiter sinken.

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