Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Rhetorik reicht nicht - US-Wachstum stark-Schuldenberg wächst
Leitartikel von Florian Girwert zur aktuellen Lage in den USA

Weimar (ots) - Der Schatten der Krise ist tatsächlich verflogen in den USA. Zumindest, wenn man oberflächlich hinschaut. Eine Arbeitslosenquote, von der man selbst in Deutschland aktuell nur träumen kann und ein Wirtschaftswachstum, das dank des nicht nur in Deutschland höchst umstrittenen Frackings in der westlichen Welt seinesgleichen sucht.

Da ist natürlich auch viel Tagespolitik dabei, man will dem politischen Gegner im Land, den Republikanern, die in beiden Parlamentskammern den Ton angeben, eins auswischen und der Welt gleichzeitig Stärke demonstrieren. Natürlich haben sich die USA mittlerweile von der Finanz- und Wirtschaftskrise erholt, doch etliche Jahre später stehen die USA vor einem Schuldenberg, den man sich als einfacher Bürger kaum vorstellen kann - mehr als 105 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung sind zwar weniger dramatisch als etwa die Schulden der Griechen, doch sorgenfrei sind die Amerikaner lange nicht. Stattdessen hat man in den vergangenen Jahren viele Ausgaben gekürzt, sogar beim sonst von beiden Parteien protegierten Militär - wenn auch auf einem Niveau, das noch immer ein Vielfaches von dem ausmacht, was China oder Russland aufbieten. Gleichzeitig vermuten Forscher, dass die zu frackenden Rohstoffreserven in ein paar Jahren schon wieder versiegt sein könnten. Dann könnten Länder wie Deutschland wieder im Vorteil sein, die die Endlichkeit der Ressourcen anerkannt haben.

Da könnte hilfreich sein, wenn es Obama gelingt, andere innenpolitische Probleme zu lösen. Eine Einwanderungsreform braucht bei mehr als zehn Millionen Illegalen im Land aber mehr als nur gute Rhetorik. Sie braucht auch einen kompromisswilligen politischen Gegner. Allein, die Republikaner haben in den letzten Jahren alles dafür getan, um dem ersten schwarzen Präsidenten das Leben zur Qual zu machen. Dass sich das grundsätzlich ändert, ist nicht zu erwarten.

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