Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Einheit demonstriert - Terroristen und Scharfmachern Stirn geboten
Leitartikel von Axel Zacharias zu den Trauertmärschen in Paris und ganz Frankreich für die "Charlie Hebdo"-Opfer

Weimar (ots) - Es war eine eindrucksvolle Antwort auf den konzertierten Angriff auf die freiheitlichen Werte der westlichen Welt. Die Menschen in Paris und anderswo gingen dafür auf die Straße, (fast) alle Überzeugungen und Unterschiede auszuhalten und zu tolerieren. Die weit mehr als drei Millionen Menschen boten damit allen Terroristen und Scharfmachern die Stirn. Dies sind Reaktionen, die eine Gesellschaft stark machen; auf diese Weise lässt sie sich jedenfalls nicht in die Knie zwingen. Das gilt zuvorderst für die "Grande Nation", aber wohl auch für andere westliche Staaten. Der Terrorist Anders Behring Breivik konnte dies 2011 in Norwegen auch nicht erreichen.

In der Demonstration der Geschlossenheit der französischen Nation besteht auch die Chance für unser Nachbarland, trotz aller Probleme eine gewisse innere Einheit wiederherzustellen. Möglicherweise haben die feigen Attentäter, die vorgaben, im Namen des Islam zu handeln und doch nur Engstirnigkeit und Intoleranz demonstrierten, die Einheit der Franzosen befördert, statt die Nation zu spalten. Damit hätten sie genau das bewirkt, was sie am allerwenigsten vorhatten. Der Trauermarsch für die "Charlie Hebdo"-Opfer stärkte die Zivilgesellschaft auf eine einzigartige Weise, die nur denen nicht schmecken kann, die versuchen wollten, von der Katastrophe zu profitieren. Denn Vertreter muslimischer und jüdischer Verbände reichten sich gestern demonstrativ die Hand. "Je suis Charlie" war auch deren Losung.

Dass auch weltweit, darunter in Deutschland, der Opfer von Paris gedacht wurde, ist ein gutes Zeichen gegen Fundamentalismus und religiösen Fanatismus. Bürgerliches Selbstbewusstsein gegen Menschenverachtung - nur so lässt sich sich die Botschaft global an alle Hassprediger und intoleranten Diktatoren lesen. Wer daraus lernt, sollte allerdings nicht zunehmend in Waffen investieren, sondern in Bildung!

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