Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Kein Fortschritt erzielt
Kommentar von Anette Elsner zum Pflegezeit-Gesetz

Weimar (ots) - Die Krämer sitzen vor dem Abakus und schieben die Kugeln hin und her, um ein Problem zu lösen, dem mit Rechenspielen nicht beizukommen ist: Angehörige pflegen und gleichzeitig aushäusig berufstätig sein. Auch der neue Vorstoß - 24 Monate lang nur 15 Wochenstunden arbeiten oder sechs Monate komplett aussteigen - trägt nicht dazu bei, schwer kranken Menschen ein Leben und Sterben in Würde und Sicherheit zu Hause zu ermöglichen. Im Gegenteil. Die gepflegten Angehörigen werden nach Ablauf egal welcher Frist nicht wundersamerweise geheilt sein. Und 15 Stunden pro Woche können sie auch nicht allein bleiben: Neben Lohneinbußen würden dann zusätzliche Ausgaben für die Betreuung nötig, oder der Nächste aus der Verwandtschaft müsste ran. Wenn das Pflegeheim keine Alternative ist, weil geliebte Menschen ihre letzten Jahre in vertrauter Umgebung verbringen sollen, dann bleibt nach wie vor nur der Ausstieg aus der Erwerbsarbeit. Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Es wurde kein Fortschritt erzielt.

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