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Thüringische Landeszeitung: Schlechte Verlierer - Kritik an AfD-Geschäften ist Heuchelei
Leitartikel von Florian Girwert zum Goldhandel der AfD

Weimar (ots) - Von der Alternative für Deutschland mag man halten, was man will - am Freitag hat die Partei gewiss Oberwasser bekommen. Nachdem der Goldhandel der Partei nun höchst offiziell durch die Bundestagsverwaltung für legal befunden wurde, darf man sich bei der jungen Partei durch die damit verbundene staatliche Förderung über Gesamteinnahmen in Millionenhöhe freuen - die nächsten Wahlkämpfe dürften also gesichert sein.

Dass gleich im Anschluss an die Bestätigung der Rechtmäßigkeit ausgerechnet der Bundestagspräsident fordert, man solle doch bitte das Parteiengesetz dahingehend ändern, weil der Verkauf von Gold doch nicht die Verwurzelung in der Gesellschaft zeige, grenzt an Heuchelei. Spenden wären da eher akzeptiert als Verkaufserlöse. Eine Partei, deren wesentliches Anliegen die Kritik am Euro ist - der gerade massiv durch die Europäische Zentralbank abgewertet wird, um die Entschuldung südeuropäischer Krisenstaaten zu erleichtern - dafür zu kritisieren, dass sie mit einer Alternative zum Euro Geld verdient, ist heuchlerisch.

Die alteingesessenen Parteien wirken auf diese Weise wie schlechte Verlierer, nachdem bestehende Gesetze offenbar nicht ausreichen, um dem Geschäftssinn der Professorenpartei beizukommen.

Es bedarf keiner gesetzlichen Regelung - vielmehr ist es Aufgabe der Medien und politischer Gegner, auf Probleme hinzuweisen. Parteichef Bernd Lucke durfte jüngst in einer Talkshow unwidersprochen behaupten, seine Partei verkaufe das Gold günstiger als Banken. Dass das Humbug ist, konnte man erst Tage später in der Zeitung lesen. Wenn aber den potenziellen AfD-Goldkunden klar wird, dass sie ihr Gold anderswo billiger kaufen können, löst sich das Problem von allein.

Viel wichtiger wäre, dass die etablierten Parteien endlich umfassendem Sponsoring durch Unternehmen einen Riegel vorschieben. Dazu jedoch fehlt ihnen seit Jahren der Mut.

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