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Thüringische Landeszeitung: Drohen bringt nichts - Attacken gegen GDL-Chef schaden nur
Kommentar von Florian Girwert zum Lokführer-Streik

Weimar (ots) - Immerhin, es ist ein kleiner Olivenzweig, den Claus Weselsky aus dem Hut zaubert. Das Zugeständnis, den Bahnstreik nicht ganz so lang werden zu lassen, wie er zunächst geplant war, dürfte manchen Reisenden erfreuen - wenn auch nicht zu sehr. Da der Streik erst heute um 18 Uhr endet, lässt sich mit dem Zug eben doch nur eingeschränkt ins Wochenende fahren.

Viele Reisende haben sich angepasst - auf Kosten der Bahn werden jetzt Busse, Taxen, Mietwagen oder Mitfahrgelegenheiten genutzt. Der Streik wirkt, Wirtschaft und Reisende verdammen ihn. Aber damit erreicht er, was er soll: Den Arbeitgeber Bahn unter Druck setzen. Ob es klug ist, über mehr Lohn und weniger Arbeitszeit das Bahnfahren teurer zu machen, steht auf einem anderen Blatt. Es ist das Recht der Lokführer, zu streiken - und jetzt haben sie erkannt, dass kleine Gesten des guten Willens möglich sind.

Forderungen wie jene aus dem Thüringer Fahrgastbeirat, man möge doch besonders renitente Lokführer nach Ende des Tarifkonflikts vom Betrieb aussperren und sie somit für entstandene Schäden bestrafen, sind da eher kontraproduktiv. Öl ins Feuer zu gießen dürfte die streikenden Lokführer lediglich zusammenschweißen - genauso wie persönliche Attacken und Drohungen gegen den GDL-Chef. Das zeigt der Gewerkschaft doch nur, wie schmerzhaft ihr Streik ist.

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