Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Die brüllenden Sieger - Republikaner nutzen Obamas Schwächen
Leitartikel von Katja Dörn zum Ausgang der Kongresswahlen in den USA

Weimar (ots) - Wer am lautesten brüllt, gewinnt. Das lässt sich aus den US-Kongresswahlen ableiten, bei denen die Republikaner einen größeren Triumph eingefahren haben als erwartet. Dass in der Mitte der Legislaturperiode die Partei des US-Präsidenten einen Dämpfer bekommt, ist fast schon zur Gewohnheit geworden. Protestwahl im Land der zwei Parteien. Doch dass die Republikaner nun auch im Senat die Oberhand gewinnen, ist eine große Schlappe für Barack Obama. Das Image des US-Präsidenten ist beschädigt. Er hat den Bürgern so viel Hoffnung und "change", einen Politikwechsel, versprochen, doch passiert ist gemessen an diesen hohen Erwartungen wenig. Die Republikaner haben das gnadenlos ausgenutzt - und Obama und seine Partei bei jeder möglichen Gelegenheit attackiert. Sie haben Fehler des Weißen Hauses flink aufgenommen und medial verarbeitet. Sie agieren aggressiv, an vorderster Front Mitch McConnell, der neue Mehrheitsführer im US-Senat. In einem seiner jüngeren Wahlkampfspots ließ er schon einmal Bluthunde nach seinen demokratischen Gegnern suchen. Laute Töne kommen bei den Wählern besser an - auch wenn sie wenig Inhalt transportieren.

Doch ihre Strategie könnte den Republikanern auf Dauer nichts nützen. Es geht zu Lasten des Staates, wenn politischer Stillstand provoziert wird. Die Demokraten sind nun am Zug, um wieder positiv in Erscheinung zu treten. Ihnen kann es noch nützlich werden, dass immer mehr Bürger die Blockadetaktik der Republikaner ablehnen.

Die Augen aller richten sich daher nicht von ungefähr auf die Präsidentschaftswahl 2016. Auch unter den Demokraten wird langsam mit den Hufen gescharrt, an vorderster Front tut das Hillary Clinton. Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Er kann nur hoffen, dass seine Zeit als Präsident in den Geschichtsbüchern besser in Erinnerung bleibt, als es bislang scheint.

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