Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Alte Ideen in neuem Gesetz
Kommentar von Nils. R. Kawig zum geplanten Versorgungsstärkungsgesetz

Weimar (ots) - Wie heißt der Bundesgesundheitsminister? Mal ehrlich! Hätten Sie's auf Anhieb gewusst, wenn Hermann Gröhe (CDU) gestern nicht mit einem Gesetzesvorschlag auf sich aufmerksam gemacht hätte, der einem irgendwie bekannt vorkommt? Mir wäre sein Name nicht eingefallen, das gebe ich zu, denn Gröhe hat bisher kaum von sich reden gemacht.

Jetzt ist aber auch ihm aufgefallen, dass das deutsche Gesundheitssystem krankt. Und seine Lösung heißt: Versorgungsstärkungsgesetz. Dabei kann von stärken gar keine Rede sein, denn Gröhe will die Mediziner einfach anders verteilen: raus aus der Stadt, rein in die ländlichen Regionen.

Ein ähnliches Gesetz, das für mehr Landärzte sorgen sollte, war bereits 2012 in Kraft getreten. Allein, genützt hat es wenig. Nach wie vor mangelt es an Ärzten auf dem Land.

Insofern kann Hermann Gröhes Pille für das deutsche Gesundheitssystem nicht mehr als ein Placebo sein: Nur wer wirklich daran glaubt, wird eine Besserung feststellen. Denn vieles von dem, was der Bundesgesundheitsminister vorgestellt hat, ist nicht neu: angefangen bei einer Stelle, die Facharzttermine koordinieren soll, bis hin zu Krankenhäusern, die in die ambulante Versorgung von Patienten besser einbezogen werden sollen. Herr Gröhe, gute Besserung!

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