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Thüringische Landeszeitung: Geheime Kirche
Kommentar von Hartmut Kaczmarek zur aktuellen Bischofsernennung durch den Vatikan

Weimar (ots) - Drei Bischöfe hat der Vatikan in der Amtszeit von Papst Franziskus in Deutschland ernannt - eine Linie ist dabei aber nicht erkennbar. Und damit ist auch eine Vorhersage über die Besetzung des seit fast zwei Jahren vakanten Erfurter Bischofsstuhls unmöglich geworden. Einen konservativen Kandidaten wolle man nicht haben, sagte kürzlich ein führender Bistums-Geistlicher im vertraulichen Gespräch. Aber wen wird der Vatikan präsentieren. Die Geduld in Erfurt geht langsam zu Ende.

Auch für den Diözesanadministrator Reinhard Hauke ist es eine unbefriedigende Situation, persönlich und sachlich. Er kann das Bistum nur verwalten, wo eigentlich Richtungsentscheidungen nötig wären. Die aber kann nur ein neuer Bischof treffen. Deshalb wäre eine rasch vorgelegte neue Dreierliste aus dem Vatikan, aus dem das Domkapitel dann wählen kann, das Gebot der Stunde.

Aber wer wird da drauf stehen? Das Gespenst eines Tebartz van Elst geisterte vor einiger Zeit durch Erfurt - scheint aber mittlerweile erledigt zu sein. Der Vatikan ist derzeit nicht berechenbar. In Passau wird ein unkonventioneller Salesianer-Pater, der sich um Straßenkinder gekümmert hat, Bischof. In Freiburg beruft man mit Stephan Burger einen Konservativen. Und in Köln setzt sich der Vatikan, nach allem, was man weiß, über die Vorschlagsliste des Domkapitels hinweg. Von Transparenz oder einer deutlichen Linie keine Spur. Die Offenheit, die Papst Franziskus so viele Sympathiepunkte einbringt, gibt es innerkirchlich nicht. Hier herrscht nach wie vor Geheimniskrämerei statt Transparenz. Ein Kurswechsel ist überfällig.

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