Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Raucher in Not
Kommentar von Gerlinde Sommer zum Düsseldorfer Raucherurteil

Weimar (ots) - Der Mann kann einem leid tun: 40 Jahre wohnt er in dem Haus. Jetzt soll er raus. Weil er Raucher ist. Armer Mieter. Armes Deutschland. Werden viele sagen - und in den Rauchern die wahren Verfolgten unserer Tage sehen. Raucher als Opfer einer schrillen Bevormundung in Gesundheitsfragen. So weit ist es also gekommen, dass Raucher bald unter Brücken kampieren müssen...

Als der Mann einzog, da war Rauchen geradezu Pflicht. Vor 40 Jahren wurde im Fernsehen geraucht, dass man am späteren Abend bei Diskussionen über Gott und die Welt manchmal kaum noch sehen konnte, wer da eigentlich im Studio saß. Kein Liebesfilm ohne Zigarette danach. Wer damals jung war, konnte dem Irrglauben verfallen, dass Sex ohne Kippe nur eine halbe Sache sei. Heute darf nur noch Altbundeskanzler Schmidt in der TV-Öffentlichkeit schmauchen. Er ist der letzte seiner Art. Wenn er im falschen Haus leben würde, müsste er wohl auch mit dem Rauswurf rechnen.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist: Der Raucher soll aus der Wohnung, weil er mit seinem Qualm die Mitbewohner über Gebühr belastet. Er hat den Rauch ins Treppenhaus ziehen lassen. Hat keine Rücksicht genommen auf die anderen Menschen in diesem ehrenwerten Haus. Nicht das Rauchen an sich ist verboten. Hand aufs Herz: möchten Sie in einem Haus wohnen, in dem es schon im Treppenhaus nach den Kippen des Nachbarn stinkt?

Das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen. Jetzt muss das höchste Gericht ran. Ob der Raucher bleiben darf? Zu wünschen wäre es ihm. Er müsste sich nur so verhalten, dass er seinen Qualm für sich behält.

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