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Thüringische Landeszeitung: Das Kalkül Pekings
Kommentar von Axel Zacharias zur militärischen Aufrüstung Chinas

Weimar (ots) - Es ist nicht neu, dass China aufrüstet. Doch dass dies so selbstbewusst nach außen kommuniziert wird, das gab es bisher nicht. Die Ansagen von Peking sind unmissverständlich: Wir wollen mitmischen im Konzert der Großen.

Auf der Suche nach Gründen dafür wird man schnell fündig: Das Land hat innenpolitische Probleme von Umweltverschmutzung über Korruption und demografischen Wandel bis zu extremer sozialer Ungleichheit. Das Wirtschaftswachstum geht zurück. Da hilft es, außenpolitisch abzulenken. Der Stolz auf die eigene Größe soll die Probleme relativieren. Man muss ja nicht gleich Krieg führen, aber drohen kann man allemal. Das ist in der Tat eine beunruhigende Entwicklung - zunächst vor allem für Japan und Südostasien. Dort nimmt man die verbale Kraftmeierei mit Sorge zur Kenntnis.

Traditionell war Chinas Volksbefreiungsarmee auf eine Rückeroberung Taiwans fokussiert. Das ist noch nicht aus dem Blickfeld, aber für eine Großmacht reichen solche Ziele im Selbstverständnis Pekings schon lange nicht mehr aus. Es wird wichtig, die Wasserstraßen im Ost- und Südchinesischen Meer zu kontrollieren, samt der dort beanspruchten Inseln. Diese Wasserstraßen sind für die Ölversorgung wichtig. Auch die Kontrolle des westlichen Pazifiks und des Indischen Ozeans sind für die Großmacht-Ambitionen wichtig.

Noch ist die Volksbefreiungsarmee keine moderne Kampftruppe. Masse dominiert noch die Klasse. Aber das soll sich ändern. Moderne Flugzeugträger sind geplant. Dass angesichts solcher Szenarien die Unruhe in den Nachbarländern wächst, ist nachvollziehbar. Auch das liegt im Kalkül Pekings.

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