Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Ein noch langer Weg
Kommentar von Axel Zacharias zur Ukraine

Weimar (ots) - Die Europäische Union hat ein Problem. Es heißt Ukraine. Denn nur mit dem Zücken des zudem immer dünner werdenden Scheckbuches allein ist es leider nicht getan. Die Anstrengung beginnt jetzt erst, da der Preis für den Schwenk nach Europa zu zahlen ist. Brüssel muss gemeinsam mit dem IWF dringend einen Weg aufzeigen.

Zwar haben die Pro-Europäer wohl erst mal gesiegt, doch sind die Moskau-nahen Ukrainer keinesfalls für alle Zeiten geschlagen. Und der Sieg der Westukrainer ist letztlich ein Sieg der Habenichtse. Die - marode - Industrie sitzt im Südosten des Landes. Dort weiß man, dass die mehr oder weniger insolvente Ukraine wirtschaftlich von Russland abhängig ist. Von dort kamen bisher immer Gas und Geld und damit ein bescheidener Wohlstand. So sitzt der nur vorerst düpierte Putin mit seinen Ängsten vor einer Einkreisung durch den Westen letztlich weiter an den entscheidenden Hebeln.

Die nötigen Mittel wären ja auch in der Ukraine vorhanden: bei den unmäßig reichen Oligarchen, deren Besitz sich aus dunklen Kanälen speiste. Diese Superreichen wollen Ihr Geld aber nicht in ein Fass ohne Boden versenken, das sollen jetzt mal schön die Europäer mit Ihren vor sich hergetragenen Werten tun. Die Ukraine ist nämlich weiter im Würgegriff der Korruption gefangen, einer Korruption, die nicht nur die Wirtschaftsbosse erfasst hat, sondern auch die Politik. Mag eine Julia Timoschenko auch im Kerker gelitten haben, ihren Reichtum hat auch Sie mit Sicherheit nicht völlig legal erworben.

Die Sieger des Maidan müssen also auch an einem Mentalitätswandel arbeiten. Auch dafür benötigen Sie die Unterstützung des Westens.

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