Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Hausaufgaben bleiben
Kommentar von Florian Girwert zum Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung

Weimar (ots) - Die Bundesregierung sieht die Lage rosig. Die Wirtschaft soll im laufenden Jahr um 1,8 Prozent wachsen, 2015 sogar um 2,0 Prozent. Das sind keine überragenden, aber ordentliche Werte. Gleichzeitig soll die Beschäftigung auf einen Rekordwert von 42,1 Millionen Menschen ansteigen. Gute Nachrichten zweifellos - auch für jene Menschen, die von einer steigenden Beschäftigung profitieren werden und nach Arbeitslosigkeit einen Job finden könnten.

Wenn da nicht die vielen Fragezeichen und Unbekannten bei derlei Prognosen wären. Die Bundesregierung geht praktisch davon aus, dass alles so weiterläuft wie derzeit. Dabei ist bei der dringend nötigen Generalüberholung der Energiewende bisher noch nichts getan, während an anderer Stelle bereits Milliardenausgaben geplant sind - man denke nur an die Rentenpläne der Koalitionäre.

Hinzu kommt die Frage, was in ein paar Jahren passiert, wenn der aktuell vorhandene Überschuss in der Rentenkasse dank der noch zu beschließenden Pläne ausgeschöpft ist. Dann müssen entweder die Beiträge oder die Zuschüsse aus Steuermitteln für die Rentenkasse steigen. Spätestens dann dürfte der Faktor Arbeit wieder deutlich teurer werden. Hoffen wir, dass die Bundesregierung trotz aktueller Erfolge die Zukunft nicht ganz vergisst.

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