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Mindestlohn führt zu drastischem Rückgang von Praktikumsplätzen
Aktuelle Studie der index Internet und Mediaforschung GmbH

Berlin (ots) - Die geplante Mindestlohnregelung für Praktikanten wird eine deutliche Reduzierung des Praktikumsangebots zur Folge haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der index Internet und Mediaforschung GmbH, an der sich Personalverantwortliche aus 570 betroffenen Unternehmen beteiligt haben. Fast jedes zweite Unternehmen plant, in Zukunft auf diese Stellen ganz zu verzichten (46 Prozent) und etwa jede vierte Firma (26 Prozent) möchte auf Praktikanten ausweichen, die nicht von der Mindestlohnpflicht erfasst werden. Weitere 17 Prozent gaben an, das betreffende Angebot an Praktikumsstellen zumindest reduzieren zu wollen. Lediglich bei 11 Prozent der Firmen wird der Mindestlohn keine Auswirkungen auf das Praktikumsangebot haben. Die Umfrage-Ergebnisse können kostenfrei unter www.index-hr.de/praktikantenstudie bestellt werden.

Mehr als 80 Prozent der Unternehmen betroffen

Die geplante Regelung zum Mindestlohn sieht vor, dass Praktikanten, die länger als sechs Wochen in einem Unternehmen arbeiten und ihr Praktikum nicht im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium leisten, einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro erhalten. 84 Prozent der insgesamt 570 Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, gaben an, von dieser Regelung betroffen zu sein. Ein Drittel der Firmen beschäftigte in den letzten 12 Monaten ein bis zwei solcher Praktikanten, ein weiteres Drittel drei bis fünf Praktikanten, 18 Prozent sechs bis zehn und 15 Prozent mehr als zehn Praktikanten.

Bei einem Drittel der Unternehmen starke Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit

Die Bedeutung dieser Praktikumsarbeiten für die Unternehmensseite ist dabei nicht zu unterschätzen: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Firmen glaubt, dass ihre Arbeit ohne diese Praktikanten deutlich schwieriger oder sogar kaum bis gar nicht zu bewältigen wäre. 44 Prozent geben an, dass ihre Arbeit etwas schwieriger wird. Nur bei jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) haben eigenen Angaben zufolge die Praktikantentätigkeiten keinen Einfluss auf den Unternehmenserfolg.

Praktika heute meist mit 400 bis 800 Euro vergütet

93 Prozent der Unternehmen vergüten die Praktika bereits heute. Die Mehrheit (67 Prozent) zahlt dabei derzeit für Praktikantenstellen einen Bruttolohn zwischen 400 und 800 Euro, 21 Prozent bezahlen weniger als 400 Euro und 9 Prozent vergüten ihre Praktikanten mit 800 bis 1.300 Euro. Lediglich 1 Prozent der Unternehmen zahlt bereits jetzt einen Bruttolohn von mehr als 1.300 Euro, wie er nach der neuen Regelung für Vollzeit-Praktika vorgesehen ist. Die durchschnittliche Arbeitszeit der Praktikanten liegt bei ca. vier Fünftel der Unternehmen zwischen 32 und 40 Wochenstunden.

"Die jetzigen Pläne werden dazu führen, dass eine sehr hohe Zahl von Unternehmen sich Praktikanten in Zukunft schlichtweg nicht mehr leisten kann", erläutert Jürgen Grenz, Geschäftsführer der index Internet und Mediaforschung GmbH. "Für junge Menschen, die gerade in den Arbeitsmarkt eintreten wollen, gehen damit ein bewährter Zugang zu den Firmen und die Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln, verloren."

Teilnehmer

Die Umfrage wurde online im Zeitraum vom 15. bis zum 21. Mai 2014 durchgeführt. Befragt wurden branchenübergreifend Ansprechpartner für Personalthemen aus Unternehmen aller Größen. Alle Unternehmen hatten in den 6 Monaten zuvor Stellenanzeigen für Praktikantenplätze veröffentlicht.

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Tel.: 030/39088197
E-Mail: p.diefenbach@index.de

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