LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover

"Geschäftsmodell Bausparen hat sich trotz Nullzinspolitik robust gezeigt"
LBS-Nord-Gewinn übertrifft Prognosen

"Geschäftsmodell Bausparen hat sich trotz Nullzinspolitik robust gezeigt" / LBS-Nord-Gewinn übertrifft Prognosen
"Geschäftsmodell Bausparen hat sich trotz Nullzinspolitik robust gezeigt" / LBS-Nord-Gewinn übertrifft Prognosen / Dr. Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/107637 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke ...

Hannover (ots) - "Wir haben einen ordentlichen Gewinn erwirtschaftet, unsere Vorsorgereserven gestärkt, umfangreiche Investitionen in IT-Systeme und Informationssicherheit vorgenommen und dazu unser Bauspargeschäft noch stärker auf Kunden mit Finanzierungsabsicht ausgerichtet" - für das Geschäftsjahr 2016 zieht Dr. Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover (LBS Nord), eine positive Bilanz. Das Geschäftsmodell Bausparen erweise sich trotz langanhaltender Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und wachsender aufsichtsrechtlicher Vorgaben als erfolgreich und zukunftssicher.

So zeigte sich der LBS-Chef auch mit dem Neugeschäft des Jahres 2016 in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro Bausparsumme zufrieden. Dass dieses um 11,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liege, habe in erster Linie mit der geringeren Sparneigung in Deutschland zu tun, aber auch mit strategischen Entscheidungen: "Wir haben unseren Vertrieb grundlegend umstrukturiert. Unsere Handelsvertreter haben jetzt eine höhere Eigenständigkeit und sind stärker auf die Sparkassen ausgerichtet. Diese neue Struktur ist noch in der Anlaufphase und spielt sich gerade ein."

Darüber hinaus habe die LBS Nord bewusst den Anteil ihrer Renditetarife stark reduziert. Im Jahr 2016 entfielen nur noch rund sieben Prozent des Neugeschäfts, gemessen an der Bausparsumme, auf Renditeprodukte. "Der Kernnutzen des Bausparens, die Bausparfinanzierung, steht bei uns ganz klar im Fokus", betont Dr. Kamp.

Daher habe auch die durchschnittliche Bausparsumme bei den Neuverträgen im Jahr 2016 noch einmal deutlich zugelegt. Sie stieg um 9,3 Prozent auf 32.848 Euro. "Die höhere Qualität im Neugeschäft haben wir auch dadurch erreicht, dass wir in die Kundenberatung gezielt die Wohn-Riester-Förderung einbeziehen", so der LBS-Chef.

Die Wohn-Riester-Abschlüsse erreichten im Jahr 2016, bezogen auf die Bausparsumme, einen Anteil von 9,2 Prozent am Neugeschäft der LBS Nord. Bei diesen Neuverträgen erhöhte sich die durchschnittliche Bausparsumme sogar um 25,4 Prozent auf 47.935 Euro.

Wohneigentum und Finanzierungen gefragt

"Selbst genutztes Wohneigentum ist eine der gefragtesten Formen der privaten Altersvorsorge - insbesondere weil durch die Niedrigzinsphase Anlagealternativen fehlen", erklärt Dr. Kamp. "Als Bausparkasse ermöglichen wir eine systematische und staatlich geförderte Eigenkapitalbildung für den Wohneigentumserwerb und eine planbare Finanzierung mit Zinssicherheit über einen langen Zeitraum."

Im Jahr 2016 schloss die LBS Nord, einschließlich der Vermittlung von Sparkassenkrediten, mit ihren Kunden Darlehen in Höhe von 803,2 Millionen Euro ab. Mit einem Volumen von 508,8 Millionen Euro entfiel der größte Anteil der vermittelten Darlehen auf Vor- und Zwischenfinanzierungen. Damit lagen sie zwar um 6,4 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, aber noch deutlich über dem geplanten Wert. Wie erwartet habe auch hier die Anlaufphase der neuen Vertriebsstruktur das Geschäft etwas gebremst, so Dr. Kamp. Im laufenden Jahr werde die LBS Nord in Zusammenarbeit mit den Sparkassen das außerkollektive Kreditgeschäft merklich ausbauen. Denn hier könne sie mit langen Darlehenslaufzeiten von bis zu 33 Jahren erfolgreich Nischen besetzen und das Angebot im Sparkassen-Finanzverbund ergänzen.

Wegen der günstigen Finanzierungsbedingungen hat die Immobiliennachfrage weiter zugenommen. Davon profitierte auch die Tochtergesellschaft LBS Immobilien GmbH NordWest (LBSi NordWest). Sie vermittelte im Jahr 2016 gemeinsam mit ihren Sparkassenpartnern in Niedersachsen und Berlin insgesamt 2.799 Häuser, Wohnungen und Grundstücke mit einem Kaufwert von 443 Millionen Euro. Das Objektvolumen wuchs gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent. Damit erzielte die LBSi NordWest das beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte.

"Niedrigzinsphase aus eigener Kraft meistern"

Betriebswirtschaftlich sieht LBS Chef Dr. Kamp sein Haus gut aufgestellt. Im Jahr 2016 erzielte die LBS Nord ein Betriebsergebnis nach Steuern von 6,6 Millionen Euro. "Das ist deutlich mehr als geplant, überaus respektabel und in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich", so Dr. Kamp, zumal durch die Nullzinspolitik der EZB der Zinsüberschuss 2016 um 17 Prozent zurückgegangen sei. Außerdem habe die Umsetzung aufsichtsrechtlicher Anforderungen hohe Kosten verursacht.

Der Gewinn des Geschäftsjahres 2016 werde komplett in die Vorsorgereserven der LBS Nord fließen. "So werden wir die Niedrigzinsphase meistern", versichert Dr. Kamp. Sein Institut habe bereits vor Jahren damit begonnen, Prozesse effizienter zu gestalten und interne Strukturen zu optimieren, um Personal- und Sachkosten zu senken. Diese Politik habe sich als erfolgreich erwiesen, so dass die LBS Nord auch in den nächsten Jahren positive Betriebsergebnisse erzielen werde.

Der Personalbestand sei bereits seit 2008 sozialverträglich reduziert worden - ohne Entlassungen, allein durch natürliche Fluktuation, Pensionierung und Vorruhestände, wie der LBS-Chef betont. Durch die Neuordnung der betrieblichen Altersvorsorge werde die LBS Nord in den nächsten fünf Jahren weitere Einsparungen bei den Personalkosten realisieren können.

Darüber hinaus setze die LBS Nord auch 2017 die Maßnahmen zur Sicherung des Bausparsystems fort. So werde das Institut weiterhin jene Kunden ansprechen, die mehr als die Bausparsumme angespart oder zehn Jahre nach der Zuteilung kein Bauspardarlehen in Anspruch genommen haben. Ebenfalls betroffen seien Kunden, die die Zuteilung angenommen, dabei allerdings ausdrücklich auf ein Bauspardarlehen verzichtet haben. Ihnen allen wird ein Wechsel in aktuelle Tarife mit einem besonders niedrigen Darlehenszins (bereits ab 1,72 % effektiver Jahreszins) angeboten. Die seinerzeit gezahlte Abschlussgebühr werde dabei auf die neue Abschlussgebühr angerechnet. Wünscht der Kunde stattdessen die Sofortauszahlung des Bausparguthabens, werde auf den üblichen Abschlag von zwei Prozent verzichtet.

Nimmt der Kunde das Angebot nicht an, kündigt die LBS Nord den Vertrag. Ende Februar wird der Bundesgerichtshof abschließend klären, ob die Kündigungen zehn Jahre nach Zuteilung zulässig seien. Er sei davon überzeugt, so Dr. Kamp, dass der BGH nach einer Vielzahl positiver Urteile der Oberlandesgerichte zugunsten der Bausparkassen die Rechtsauffassung der LBS Nord bestätigen werde.

"Aktiv den Herausforderungen begegnen"

Die anhaltende Nullzinspolitik beschränkt die LBS Nord jedoch nicht auf einen reinen Sparkurs, denn die Substanz des Institutes erlaube es, weiter in ihre Zukunftsfähigkeit zu investieren. "Unsere erfolgreiche Geschäftspolitik der vergangenen Jahre ermöglicht es uns, nicht nur die regulatorischen Anforderungen an das Eigenkapital zu erfüllen, sondern wir können auch das neue, für alle Landesbausparkassen einheitliche IT-System 2017 einführen. Das Projekt habe umfangreiche personelle und zeitliche Ressourcen beansprucht, betont Dr. Kamp.

Das neue System wird der LBS Nord eine Produktivitätssteigerung um mindestens 10 Prozent sowie eine Reduzierung der jährlichen IT-Kosten bringen. Es ist auf die aktuellen IT-Lösungen der Sparkassen-Finanzgruppe ausgerichtet. "Damit sind wir schnittstellenfrei und ohne Medienbrüche in die OSPlus-Welt der Sparkasse integriert und können noch besser mit unserem Hauptvertriebspartner zusammenarbeiten", so Dr. Kamp. Perspektivisch solle auch die Einbindung von LBS-Bausparen und -Finanzieren in das geführte Beratungssystem OSPlus-Neo der Sparkassen möglich werden.

Eine der entscheidenden Herausforderungen für die Zukunft sei für die LBS, wie für alle Finanzdienstleister, das Thema Digitalisierung. Die LBS-Gruppe arbeite gemeinsam an einer Digitalisierungsstrategie und bereite die Umsetzung vor. Ziel sei es, die gesamte "Customer Journey" - vom ersten Kundenkontakt bis zum Abschluss - auch in der digitalen Welt darstellen zu können. Das digitale Angebot sehe die LBS als wichtige Ergänzung zur klassischen persönlichen Beratung.

Die Zinsen werden wieder steigen

LBS-Chef Dr. Rüdiger Kamp erwartet, dass die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen werden: "Führende Vertreter der Finanzwirtschaft und Mitglieder des EZB-Direktoriums sehen inzwischen die Notwendigkeit, die ultralockere Geldpolitik auf den Prüfstand zu stellen." Hintergrund ist die wegen höherer Energiepreise stark gestiegene Inflationsrate, die in Deutschland Ende Januar mit 1,9 Prozent den höchsten Stand seit mehreren Jahren erreicht hat.

Ein deutliches Signal für eine Zinswende gehe auch von den USA aus, die US Notenbank habe im vergangenen Jahr zweimal eine Leitzinserhöhung vorgenommen.

Die langfristigen Zinsen, an denen sich die Baufinanzierungszinsen orientieren, seien in jüngster Zeit ebenfalls gestiegen. Seit Herbst 2016 habe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von -0,15 Prozent auf derzeit rund 0,5 Prozent zugelegt. Im gleichen Zeitraum stieg der zehnjährige Euro Mid-Swap von 0,3 auf 0,8 Prozent. Dadurch haben sich die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsfestschreibung um etwa ein Drittel verteuert.

Damit verbessern sich auch die Aussichten für das Bauspargeschäft: "Mit steigenden Bauzinsen rückt die Zinssicherungsfunktion eines Bausparvertrags wieder in den Vordergrund. Wird in die Finanzierung ein Bausparvertrag eingebunden, können die Zinsen bis zur letzten Rate festgeschrieben werden - auch wenn diese erst in 20 oder 25 Jahren fällig ist", so Dr. Kamp.

Da die gesetzlichen Bedingungen für die Kreditvergabe im vergangenen Jahr verschärft wurden, sei zudem die Eigenkapitalbildung bei der Finanzierung von Wohneigentum noch wichtiger geworden. Hier könne Bausparen, insbesondere wegen der staatlichen Förderungen, einen entscheidenden Anschub für künftige Wohneigentümer bringen.

Pressekontakt:

Monika Grave

LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover
Pressesprecherin
Leiterin Stabsbereich Kommunikation
Kattenbrookstrift 33
30539 Hannover
Telefon: 0511 - 926 6668
Fax: 0511 - 926 6743
Mobil: 0173 - 2086668
E-Mail: monika.grave@lbs-nord.de
www.lbs-nord.de
Original-Content von: LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover, übermittelt durch news aktuell

Das könnte Sie auch interessieren: