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Jemen: Hilfsorganisationen fordern Neustart des Friedensprozesses

Berlin (ots) - In einem offenen Brief an den UN-Sicherheitsrat fordern mehrere internationale Hilfsorganisationen, darunter Oxfam, Save the Children und Care, einen sofortigen Waffenstillstand im Jemen und einen Neubeginn des Friedensprozesses. Sie fordern außerdem die Einrichtung eines internationalen Kontrollgremiums, um eventuelle Kriegsverbrechen im Jemen zu untersuchen, sowie die Ausweitung des Waffenembargos, um den Nachschub an Waffen und Rüstungsgütern für Konfliktparteien im Jemen zu unterbinden. Seit März sind 2500 Zivilisten, darunter 500 Kinder, ums Leben gekommen. Allein im letzten Monat sind 800 000 Menschen geflohen - die Gesamtzahl beläuft sich auf 2,3 Millionen Flüchtlinge (knapp 10% der Gesamtbevölkerung).

Angesichts der katastrophalen humanitären Situation im Jemen, der anhaltenden Wirtschaftsblockade und der zunehmenden Zerstörung der zivilen Infrastruktur, appellieren die Hilfsorganisationen zudem an den UN-Sicherheitsrat, dafür zu sorgen, dass die Konfliktparteien unverzüglich einen ungehinderten und sicheren Zugang für humanitäre Hilfe gewährleisten. Die Blockade Jemens muss aufgehoben werden, damit lebenswichtige Güter wie Treibstoff, Lebensmittel und Medikamente die notleidende Bevölkerung im Jemen erreichen können. Sajjad Mohamed Sajid, Landesdirektor von Oxfam im Jemen erklärt:

"Sechs Monate nach der Verabschiedung der Sicherheitsratsresolution 2216 ist der Friedensprozess praktisch zum Stillstand gekommen, und 21 Millionen Menschen im Jemen haben unter den Folgen zu leiden. Die Vereinten Nationen sollten daher die aktuellen politischen Entwicklungen zum Anlass nehmen, ein Ende der Kampfhandlungen durchzusetzen, Friedensgespräche wieder aufzunehmen und ein internationales Kontrollgremium zu schaffen, um mögliche Kriegsverbrechen zu untersuchen, unabhängig davon, welche Konfliktpartei sie begangen hat."

Tausende von Menschen in Taiz, der drittgrößten Stadt im Jemen, sind dringend auf die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten angewiesen. Durch die Kampfhandlungen ist die Stadt jedoch weitestgehend von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Edward Santiago, Landesdirektor von Save the Children im Jemen, erklärt: "Kinder leiden am meisten unter den Auswirkungen des Krieges im Jemen, nicht nur wegen der Kämpfe und Luftangriffe, sondern auch, weil viele Häuser, Schulen und Krankenstationen zerstört wurden. Viele Familien haben keine Lebensmittel, Medizin oder Treibstoff, weil die dringend benötigte Hilfe das Land wegen der Blockade nicht erreichen kann. Zwischen März und August war eine 150-prozentige Steigerung der Fälle mit schwerer, akuter Unterernährung zu verzeichnen. Wenn nicht deutlich mehr Hilfe das Land erreicht, drohen Tausende weiterer Kinder zu sterben."

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